Streit um Namensschilder: Austausch trotz Entwarnung

EU-Datenschutz

Streit um Namensschilder: Austausch trotz Entwarnung

Trotz Entwarnung der EU-Kommission.

"Wiener Wohnen" setzt trotz Entwarnung der EU-Kommission den Austausch der Namensschilder durch Top-Nummern auf den Klingelbrettern der Gemeindebauten fort. "Es stimmt, es ist nicht explizit verboten, aber wir brauchen trotzdem die Zustimmung der Mieter, dass wir die Daten verarbeiten dürfen, und die haben wir nicht", begründete ein Sprecher das Vorgehen am Donnerstag auf APA-Anfrage.

"Wiener Wohnen" will alle Namensschilder tauschen

Vergangene Woche hatte die städtische Gemeindebauverwaltung nach einer Beschwerde eines Mieters angekündigt, bis Jahresende die Namensschilder bei allen rund 2.000 Gemeindebauten durch neutrale Bezeichnungen mit Top-Nummern zu ersetzen. Die für Datenschutz zuständige Magistratsabteilung 63 gelangte nämlich zur Erkenntnis, dass die Verbindung von Nachname und Türnummer gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoße.

Ein Sprecher der EU-Kommission wies am Donnerstag in Brüssel darauf hin, dass die EU-Verordnung diesen Bereich nicht reguliere. Zuständig für die Auslegung der Datenschutzverordnung seien die nationalen Datenschutzbehörden.