Bereits rund 1,6 Millionen Smart Meter sind installiert. Aber rund 46.000 Altzähler sind noch im Einsatz. Da die Eichfrist abläuft, müssen sie zügig getauscht werden.
In Wien neigt sich eine Ära endgültig dem Ende zu. Während die allermeisten Haushalte bereits auf die moderne Technik umgestellt haben, tickt für rund 46.000 Besitzer von alten Stromzählern nun die Uhr gnadenlos ab. Wer den Tausch der mechanischen Ferraris-Zähler jetzt noch blockiert, muss mit drastischen Konsequenzen rechnen. Die Wiener Netze machen nun ernst und kündigen für hartnäckige Verweigerer sogar Strom-Abschaltungen beziehungsweise Klagen an.
46.000 Wiener müssen jetzt handeln
Der Fortschritt ist in der Bundeshauptstadt kaum aufzuhalten und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Mehr als 1,6 Millionen Smart Meter sind bereits im Einsatz und verrichten ihren Dienst. Doch eine kleine Gruppe von rund 46.000 Altzählern ist nach wie vor in Betrieb, obwohl die gesetzliche Eichfrist dieser Geräte nun abläuft. Das ist kein Kavaliersdelikt, denn laut Maß- und Eichgesetz dürfen Zähler ohne gültige Eichung schlichtweg nicht mehr verwendet werden. Ein zügiger Tausch ist daher für eine korrekte Abrechnung absolut unumgänglich.
Wenn es plötzlich finster wird
Die Wiener Netze setzen alles daran, die Umstellung für die Wienerinnen und Wiener so bequem wie möglich zu gestalten. Betroffene Kunden werden mehrfach schriftlich und teils sogar per Einschreiben über die anstehenden Termine informiert. Wenn jedoch alle Kontaktversuche ins Leere laufen und die Türen verschlossen bleiben, greift der Netzbetreiber zu härteren Mitteln. Das Gesetz verpflichtet das Unternehmen in solchen Fällen nämlich zu weiteren Schritten. Im schlimmsten Fall droht den Betroffenen die Abschaltung des Stroms oder eine gerichtliche Klage auf Herausgabe des Zählers. Das Ziel der Wiener Netze ist eine einvernehmliche Lösung mit den Kundinnen und Kunden zu finden, um überall die gesetzlich vorgeschriebenen Smart Meter zu installieren.
Geld sparen mit dem Sommer-Tarif
Der Umstieg auf die neue Technik bringt jedoch nicht nur rechtliche Sicherheit, sondern auch bares Geld für die Haushaltskasse. Pünktlich zum 1. April startet nämlich das vergünstigte Sommer-Netzentgelt. Wer einen Smart Meter besitzt und die viertelstündliche Messung aktiviert hat, profitiert in den kommenden Monaten massiv. In der Zeit von 10 bis 16 Uhr werden die Netzentgelte um satte 20 Prozent gesenkt. Das zahlt sich besonders aus, wenn energieintensive Geräte wie Waschmaschinen oder Geschirrspüler genau in diesen Zeitraum fallen. Die nötige Einstellung im Webportal können die Kunden jederzeit selbst vornehmen.
Kein Recht auf alte Ferraris-Zähler
Ein weit verbreiteter Irrtum wird von den Experten ebenfalls aufgeklärt. Es gibt nämlich keinen gesetzlichen Anspruch darauf, die alten mechanischen Zähler mit der drehenden Scheibe zu behalten. Jeder Haushalt muss die Installation eines digitalen Geräts zulassen. Wer jedoch skeptisch gegenüber der detaillierten Datenübermittlung ist, kann sich für die sogenannte Opt-out-Variante entscheiden. In diesem Fall werden keine Viertelstundenwerte gespeichert, sondern nur die für die Abrechnung nötigen Daten übertragen. Ausgenommen von dieser Wahlmöglichkeit sind lediglich Anlagen mit Wärmepumpen, E-Ladestationen oder Photovoltaik-Systemen.