Reverse the Red Day

Überraschung für Orang-Utans im Tiergarten Schönbrunn

Wenn die Orang-Utans im Tiergarten Schönbrunn eine Überraschung mit der Zahl „870“ erwartet, steckt dahinter eine erfreuliche Botschaft: Im Gebiet rund um den malaysischen Fluss Kinabatangan auf der Insel Borneo leben aktuell etwa 870 Orang-Utans.  

Im Tiergarten Schönbrunn zieht eine große Zahl die Blicke auf sich. Im Gehege der Orang-Utans steht die Ziffer 870 gut sichtbar platziert. Sie verweist auf eine neue Zählung aus dem Regenwald Borneos, die Hoffnung macht im weltweiten Kampf gegen das Artensterben.

Orang-Utans im Tiergarten Schönbrunn.

Orang-Utans im Tiergarten Schönbrunn.

© Daniel Zupanc

Rund um den Kinabatangan-Fluss leben derzeit etwa 870 Orang-Utans. Das hat die Organisation Hutan in ihrer aktuellen Bestandserhebung festgestellt. Nach jahrzehntelangem Rückgang zeigt sich die Population erstmals stabil. Der Tiergarten Schönbrunn unterstützt das Projekt seit Jahren.

"Die Orang-Utan-Population hat sich damit über die letzten 15 Jahre stabilisiert. Nach Jahrzehnten des Rückgangs ist dies ein wichtiger Erfolg für diese von der Ausrottung bedrohte Art", betont Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck.

Aktionstag gegen das Artensterben

Zum Reverse the Red Day am 7. Februar rücken Erfolge wie dieser ins Zentrum. Die weltweite Initiative will Aufmerksamkeit auf gefährdete Arten lenken und deutlich machen, dass jede Maßnahme zählt. Der Tiergarten nutzt den Tag, um weitere Schutzprojekte vorzustellen, die Wirkung zeigen.

Doris Preininger und Rupert Kainradl vom Tiergarten Schönbrunn mit einer Batagur Flussschildkröte in Bangladesch. 

Doris Preininger und Rupert Kainradl vom Tiergarten Schönbrunn mit einer Batagur Flussschildkröte in Bangladesch. 

© Jonas Kühnapfel

In Bangladesch läuft seit 2010 ein Projekt zur Erhaltung der Nördlichen Batagur-Flussschildkröte. Zu Beginn waren weltweit nur noch rund 20 Tiere bekannt. Zwei Schutzzentren wurden errichtet. Dort sind bereits über 850 Jungtiere geschlüpft. 134 von ihnen leben inzwischen in Teichen des Forest Departments mit Zugang zum natürlichen Flusssystem der Sundarbans. "Die Batagur-Flussschildkröte zeigt eindrucksvoll, dass selbst eine fast aussichtslose Situation mit viel Einsatz noch umgekehrt werden kann", so Hering-Hagenbeck.

Erfolge auch in Österreich

Gemeinsam mit der Vogelwarte Seebarn konnte der Tiergarten über 40 Habichtskäuze auswildern. Die in Wien geschlüpften Tiere leben heute im Biosphärenpark Wienerwald und im Wildnisgebiet Dürrenstein. Damit entsteht eine Verbindung zwischen den Beständen in den Nachbarländern.

Waldrappe ausgewildert

Seit 2022 koordiniert der Tiergarten ein EU LIFE-Projekt zur Wiederansiedelung von Waldrappen. Dabei werden in Zoos geschlüpfte Waldrapp-Küken auf menschliche Zieheltern geprägt und mittels Ultraleichtflugzeugen in ihr Überwinterungsgebiet geführt.

So sollen die Waldrappe ihre Zugroute lernen und in Zukunft selbstständig zwischen ihrem Überwinterungsgebiet und ihrem Sommerquartier migrieren. Dank der Bemühungen umfasst die Waldrapp-Population des Projekts bereits über 300 Individuen.

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