Ein schwer herzkranker Patient verlässt wenige Tage nach der Operation schmerzfrei die Klinik. In Wien wurde er als erster Mensch in Österreich mithilfe eines OP-Roboters am offenen Herzen behandelt. Das Team der Klinik Floridsdorf schrieb damit Medizingeschichte.
Ein 67-jähriger Wiener mit Diabetes Typ I war schwer herzkrank. Die Hauptarterie seines Herzens war massiv verengt. Nur eine Bypass-Operation konnte sein Leben retten. Doch diesmal lief alles anders. Zum ersten Mal in Österreich griff ein DaVinci-Roboter der neuen Generation bei einer Herz-OP ein.
Premiere im OP-Saal
Das Team rund um Herzchirurg Bernhard Winkler operierte den Patienten in der Klinik Floridsdorf. Der Eingriff war nicht nur erfolgreich, sondern auch ein medizinischer Durchbruch. Statt wie üblich den Brustkorb zu öffnen, kamen winzige Hautschnitte und hochpräzise Roboterarme zum Einsatz. "Dieser Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein für die Weiterentwicklung der Herzchirurgie in Österreich und kommt vor allem unseren Patientinnen und Patienten zugute", sagte Winkler.
Er hatte sich ein Jahr lang vorbereitet. In New York, Belgien und England trainierte er den Umgang mit der Technologie. Die Klinik Floridsdorf gilt seitdem als Vorreiter in der OP-Robotik.
Minimaler Schnitt, maximale Wirkung
Der da Vinci-Roboter bietet entscheidende Vorteile. Die Ärztinnen und Ärzte steuern das System über eine Konsole mit Kamerasicht. Die Instrumente arbeiten präziser als jede menschliche Hand und erreichen Stellen, die sonst kaum zugänglich sind. Für den Patienten bedeutete das eine rasche Genesung. "Unser Patient konnte schon wenige Tage nach dem Eingriff in sehr gutem Allgemeinzustand nach Hause gehen. Schmerzmittel waren nicht nötig", sagte Winkler.
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Technologie wird Standard
Die Klinik Floridsdorf will den Roboter künftig regelmäßig bei Bypass-Operationen einsetzen. Weltweit wächst der Einsatz solcher Systeme, vor allem in den USA und Asien. In Wien war der Roboter bisher in der Allgemeinchirurgie, der Gynäkologie und der Thoraxchirurgie im Einsatz. Nun kommt er auch in der Herzmedizin an.
Winkler betonte die Bedeutung des gesamten Teams. "Mein besonderer Dank gilt dem Wiener Gesundheitsverbund für die Umsetzung dieses Programms sowie meinen internationalen Mentoren Johannes Bonatti, Nirav Patel, Wouter Oosterlinck, Peter Razek, Martin Grabenwöger und der Kollegialen Führung der Klinik Floridsdorf", sagte er.
Der Patient, der Geschichte schrieb, steht bereits wieder auf eigenen Beinen. Und sein Herz schlägt jetzt mit Hilfe einer Technologie, die vielen anderen das Leben retten könnte.