VCÖ-Analyse

Verkehr auf Wiens Autobahnen mit erneutem Rückgang im ersten Quartal

Auf Wiens Autobahnen waren heuer im 1. Quartal weniger Pkw unterwegs als im 1. Quartal des Vorjahres, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. Insbesondere im Pendelverkehr ist aber das Potenzial zur Reduktion von Autofahrten und damit des Spritverbrauchs noch sehr groß.

Nachdem bereits im Vorjahr der Autoverkehr auf der A22 und der A23 zurückgegangen ist, gab es heuer im 1. Quartal einen weiteren Rückgang, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Auf der A23 Südosttangente fuhren heuer im 1. Quartal bei der Zählstelle St. Marx im Schnitt um 5.000 Pkw pro Tag weniger als im 1. Quartal des Vorjahres, an Werktagen war der Rückgang mit 5.600 stärker. Ähnlich auf der A22 Donauuferautobahn. Bei der Zählstelle Fännergasse gab es einen Rückgang um 2.800 Pkw pro Tag, an Werktagen um 3.400 pro Tag, informiert der VCÖ. Geringfügig mehr Pkw wurden heuer auf der S1 und S2 gezählt. Auf der S1 bei der Zählstelle Laxenburger Straße im Schnitt um 400 pro Tag, auf der S2 bei der Hermann-Gebauer-Straße um 100 pro Tag.

Beim Pendelverkehr noch Potenzial zum Spritverbrauch

"Auch wenn gestiegene Spritpreise zu Veränderungen führen, vor allem dort, wo das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel leichter fällt, gerade im Pendelverkehr wird das große Potenzial zur Reduktion des Spritverbrauchs bei weitem nicht ausgeschöpft. Hier sind die Unternehmen stärker ins Boot zu holen", betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Schon heute zeigen etliche Betriebe, dass durch Mobilitätsmanagement mehr Mitarbeiter mit Öffentlichem Verkehr, Fahrgemeinschaften oder Fahrrad und E-Bike zur Arbeit kommen. Wirksame Maßnahmen dabei seien unter anderem Öffi-Jobtickets, Leasingräder und Apps, die das Bilden von Fahrgemeinschaften erleichtern. Auch durch die Möglichkeit von mehr Homeoffice können Betriebe ihre Beschäftigten beim Spritsparen unterstützen. "All diese Maßnahmen entlasten die Beschäftigten finanziell und reduzieren Staus und die Verkehrsbelastung für Anrainerinnen und Anrainer", verdeutlicht VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Maßnahmen zu reduziertem Spritverbrauch gefragt

Angesichts drohender Treibstoff-Lieferengpässe seien Maßnahmen gefragt, die Spritverbrauch reduzieren. Neben spritsparendem Fahren und niedrigeren Tempolimits würden dazu auch so genannte Bus-Rapid-Transitsysteme zählen, die über eigene Fahrspuren verfügen. Auch das Potenzial der weit verbreiteten Elektro-Fahrräder soll zu wenig genutzt werden. "Der Ballungsraum Kopenhagen zeigt vor, dass mit Rad-Highways viele Autofahrten auf das Fahrrad beziehungsweise E-Bike verlagert werden können, was viel Sprit spart und Staus reduziert", VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Insgesamt würden alle Maßnahmen auf jeden Fall für weniger Verkehr sorgen.

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