Wiens strengere Regeln für Nacht-Gastro
Wirbel um "1-G-Regel": Nur Geimpfte in Clubs?
Wien. Ab Juli darf offiziell wieder die ganze Nacht in Clubs durchgetanzt werden, denn bundesweit fällt die Sperrstunde. Wien und SPÖ-Gesundsheitsstadtrat Peter Hacker planen strengere Regeln.
Die Überlegung: Nur Geimpfte sollen zukünftig Zutritt zur Nacht-Gastro haben – quasi „1-G“- statt der „3-G-Regel“. Derzeit wird im Rathaus verhandelt. Die Entscheidung soll noch diese Woche fallen.
Nachgefragt. Die Idee findet nicht überall Anklang. Stefan Ratzenberger, Sprecher der Nachtgastro, sieht sie kritisch: „Das Vorhaben von Gesundheitsstadtrat Hacker ist eine Katastrophe! Wenn garantiert werden kann, dass jeder ab dem 16. Lebensjahr ein Impfangebot bekommt, wäre das Vorhaben ja plausibel.“ Ratzenberger gibt zu bedenken, dass „Wien bei Impfungen bundesweit das Schlusslicht ist“. Er spreche gar von Wettbewerbsverzerrung. Er wittert im Namen der Nacht-Gastro einen „Populismus von Seiten Hackers“: „Für mich ist es ein Versuch, vom niedrigen Impfangebot abzulenken.“
Dobcak: "Nicht die Pferde scheu machen"
Problem. Hätte jeder ab 16 sich schon impfen können, wäre laut Ratzenberger die 1-G-Regel gerechtfertigt. Peter Dobcak, Gastro-Obmann der Wirtschaftskammer Wien, vermutet: „Es kommt meistens eh anders. Nicht die Pferde scheu machen.“ Es gelte die Verordnung von Gesundheitsminister Mückstein abzuwarten.
Für das Büro Hacker käme die „2-G-Regel, die sich auf den Ärztekammervorschlag stützt, auch infrage: geimpft und genesen“. Clubs seien aus epidemiologischer Sicht ein ungünstiger Bereich, da kein Abstand möglich sei, Aerosole in der Luft liegen, und eine ausgelassene Stimmung herrsche.
Kommt die 1-G-Regel für Clubs, wolle man Impftermine für 18- bis 30-Jährige forcieren. Über regionale Verschärfungen kann aber ohnehin erst nachgedacht werden, wenn die Bundesverordnung fertig ist – Wien kann dann die Eintrittsregeln verschärfen.
(laa)
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