Das Pflegemodell hat am Donnerstag eine weitere Modifikation erfahren. Der Nationalrat hat für die Betreuer mehr Kompetenzen beschlossen.
Die Kompetenzen der 24-Stunden-Betreuer werden ausgeweitet. Sie werden künftig ihre Patienten waschen und füttern dürfen und nach entsprechender Einschulung auch medizinische Tätigkeiten wie die Verabreichung von Insulininjektionen durchführen können. Den Beschluss fällte der Nationalrat Donnerstagmittag.
"Pseudo-Pfleger"
Abgelehnt wurde die Novelle von FPÖ
und BZÖ, der Chef der sozialdemokratischen Gewerkschafter, Wilhelm
Haberzettl, stimmte nicht mit. Seine Teilgewerkschaft vida hatte zuletzt
sogar Demos gegen die Gesetzesänderung organisiert. Einhelliger Tenor
der Kritiker: die Betreuer würden zu wenig ausgebildet, für die Pfleglinge
ergäbe sich dadurch ein gesundheitliches Risiko, und die "Pseudo-Pfleger"
würden den Marktpreis für hoch qualifiziertes Personal ruinieren.
Große Koalition begeistert
Rot und Schwarz versicherten,
dass der genauen Anleitung und Anweisung des Betreuungspersonals besondere
Bedeutung zugemessen werde und es sich durchaus um ein qualitätsgesichertes
Modell handle. Die Grünen finden die Novelle ganz in Ordnung. Für
Herbst ist eine umfassende Reform der Gesundheits- und Krankenberufe geplant.