Nach Kanzler-Sager: Riesen-Krach zwischen Wien & Kurz

Streit um Mindestsicherung

Nach Kanzler-Sager: Riesen-Krach zwischen Wien & Kurz

Mit heftiger Kritik hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) auf die Ankündigung von Wien, die Mindestsicherungsreform nicht umzusetzen, reagiert. Er zeichnete bei der Regierungsklausur in Mauerbach am Donnerstag ein düsteres Bild von der Bundeshauptstadt. Hier würden in vielen Familien nur mehr die Kinder in der Früh aufstehen, um zur Schule zu gehen.

"Ich glaube nicht, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn immer weniger Menschen in der Früh aufstehen, um zu arbeiten und in immer mehr Familien nur mehr die Kinder in der Früh aufstehen, um zur Schule zu gehen", so Kurz zur Eröffnung der Regierungsklausur. In Wien gebe es 13 Prozent Arbeitslose, das sei drei Mal so viel wie in Tirol und doppelt so viel wie bundesweit, sowie immer mehr Obdachlose.

Er wisse nicht, ob Wien das erreiche, was es wolle, wenn die Kompetenz für die Mindestsicherung zum Bund wandere. In Wien sei die Zahl der Mindestsicherungsbezieher massiv angestiegen. "Es ist keine gute Entwicklung, wenn immer mehr Menschen keine Arbeit haben und von der Mindestsicherung abhängig sind."

Strache: "Wiener Regierung wird sich an Rechtsstaat halten müssen"

Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) erinnerte Wien daran, "dass wir in einem Rechtsstaat leben und die rot-grüne Wiener Stadtregierung wird sich auch an den Rechtsstaat halten müssen. Sonst wandert die Kompetenz vom Land zum Bund. So gesehen sehe ich dem ganzen gelassen gegenüber", sagte Strache.

Er schloss wie schon Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) Änderungen in der Gesetzesvorlage nicht aus.

SPÖ sieht Wiener durch Kurz "massiv beleidigt"

Nach Ansicht der Wiener SPÖ hat sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei der Regierungsklausur in Mauerbach zu einer "massiven Beleidigung" der Wiener Bevölkerung verstiegen. Der Kanzler habe einem beträchtlichen Teil der Wiener Bevölkerung unterstellt, dass sie faul wären und in der Früh nicht aufstehen würden, zeigte sich Wiens SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak empört.

Man weise diese Beleidigung aufs Schärfste zurück: "Herr Bundeskanzler, beleidigen sie nicht die Wienerinnen und Wiener. Die Wiener Bevölkerung ist fleißig und sehr gewissenhaft." Sie habe es nicht verdient, vom österreichischen Bundeskanzler herabgewürdigt zu werden, befand die Landesparteisekretärin.


 

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