So rechtfertigt sich Dönmez

Rauswurf nach Tweet

So rechtfertigt sich Dönmez

Der Ausschluss des Abgeordneten aus dem Klub rechtfertigt sich Dönmez und bestreitet die Vorwürfe.

Nach seinem Sexismus-Tweet wurde der Druck auf den ÖVP-Abgeordneten Efgani Dönmez, zurückzutreten, immer größer. Am Montagnachmittag dann die Entscheidung: der ÖVP-Klub schmeißt seinen Abgeordneten raus. Kanzler Sebastian Kurz, der Dönmez persönlich angeworben hatte, und Klubobmann August Wöginger erklärten in einer Aussendung, dass "sexistische, beleidigende Entgleisungen nicht akzeptabel sind". Dafür gebe es in der neuen ÖVP keinen Platz, der neue Stil stehe für einen respektvollen Umgang miteinander und nicht für Beleidigungen, auch wenn jemand politisch andere Ansichten vertrete. Der Ausschluss sei als "Signal und Mahnung" an alle Funktionsträger zu verstehen.

Dönmez selbst dachte bis zuletzt nicht an einen Rücktritt. Deshalb bleibt er auch weiterhin als wilder Abgeordneter  tätig. "Ich bleibe im Nationalrat und werde meine Arbeit weiter machen", kündigte er gegenüber ÖSTERREICH an.

Dönmez: "Ich werde wilder Abgeordneter"

ÖSTERREICH: Die ÖVP hatte beschlossen, Sie aufgrund Ihres Tweets dem Klub auszuschließen. Haben Sie damit gerechnet?

Efgani Dönmez: Ich habe auf einen Tweet geantwortet, der von einem deutschen Blogger verfasst wurde und hatte nie die Absicht, eine sexistische Bemerkung zu machen. Mir ging es darum, aufzuzeigen, dass die SPD Islamisten den roten Teppich ausrollt und das nicht im Stehen, sondern auf den Knien. Mit Sexismus hatte dieser Tweet nichts zu tun.

ÖSTERREICH: Verstehen Sie die dennoch die Aufregung, die Ihr Tweet ausgelöst hat?

Dönmez: Ich habe sofort darauf reagiert, mich dafür entschuldigt und den Tweet gelöscht. Das wurde von den Medien und gewissen Linken bewusst aufgebauscht. Ich finde es schade, dass man wegen eines Halbsatzes auf Twitter auf alle Titelseiten kommt und nicht mit der politischen Arbeit, die ich in den letzten Monaten geleistet habe. Das sagt einiges über unser Land aus.

ÖSTERREICH: Werden Sie als „wilder Abgeordneter“ im Nationalrat bleiben?

Dönmez: Die ÖVP-Klubführung hat sich entschlossen, mich aus dem Klub auszuschließen. Das nehme ich zur Kenntnis. Wenn sich die Mehrheit des Klubs der ÖVP-Klubführung anschließt, dann werde ich wilder Abgeordneter. Ich werde definitiv weiter im Nationalrat bleiben und meine Arbeit fortsetzen und Fehlentwicklungen weiter aufzeigen.

ÖSTERREICH: Sind Sie von der ÖVP enttäuscht?

Dönmez: Die Würfel sind gefallen, so ist das in der Politik. Die Partei wurde von den Medien und auch aus Deutschland unter Druck gesetzt. Es gibt ein Leben nach der ÖVP.

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