Wirbel um SJ-Aktion bei Gedenkfeier

In Mauthausen

Wirbel um SJ-Aktion bei Gedenkfeier

Julia Herr missbrauchte Gedenkfeier für Wahlkampf
Im Mauthausen Memorial haben am Sonntag mehr als 9.000 Gäste aus aller Welt der Befreiung des Konzentrationslagers durch US-Truppen Anfang Mai 1945 gedacht. Nach Ende der offiziellen Zeremonie zogen Zeitzeugen und Überlebende gemeinsam mit US-Soldaten aus dem Lager aus, um an die Geschehnisse zu erinnern.
 

Protestaktion

Dabei kam es zu einem kleinen Eklat. Die SJ nutzte die Gedenkfeier in Mauthausen zu einer Protestaktion gegen die türkis-blaue Regierung. Julia Herr und andere machten mit Plakaten Stimmung gegen die Koalition und protestierten gegen eine Regierungsbeteiligung der FPÖ.
 
 
Die Aufregung über die Protestaktion ist groß. Die Junge ÖVP wirft der SJ vor, die Gedenkfeier für den Wahlkampf zu missbrauchen. "Die heutige Aktion der Sozialistischen Jugend im Rahmen der Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zeigt wieder aufs Neue, wie leichtfertig die Sozialistische Jugend das Gedenken an die Gräueltaten der Nationalsozialisten und des Zweiten Weltkrieges missbraucht, um billiges politisches Kleingeld zu wechseln“, heißt es in einer Aussendung.
Herr selbst rechtfertigte sich auf Twitter. „Gedenken bedeutet nicht einen Kranz hinlegen sondern Lehren aus der Vergangenheit für die Gegenwart ziehen! Das heißt dem Rechtsextremismus auch HEUTE etwas entgegensetzen, in einer Zeit wo wöchentlich Grenzen überschritten werden!“, so die SPÖ-Politikerin. 
 

Gedenkfeier

Die von Mercedes Echerer und Konstanze Breitebner moderierte Veranstaltung in Mauthausen ist die weltweit größte KZ-Gedenk- und Befreiungsfeier. Sie stand heuer unter dem Titel "Niemals Nummer. Immer Mensch". Im Vorfeld fanden zudem an den unterschiedlichen Denkmälern in der Gedenkstätte etliche Feiern diverser internationaler Überlebenden-Verbände statt.
 
Das offizielle Österreich wurde vertreten durch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Bildungsminister Heinz Faßmann, Staatssekretärin Karoline Edtstadler und für das Land Oberösterreich LH Thomas Stelzer (alle ÖVP). Ebenso dabei waren Altbundespräsident Heinz Fischer sowie Vertreter etlicher Glaubensgemeinschaften, allen voran der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Oskar Deutsch, der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer, Altbischof Maximilian Aichern, der evangelische Bischof Michael Bünker und der orthodoxe Erzpriester Ioannis Nikolitsis. Scheuer warnte in einem ökumenischen Gottesdienst vor Verachtung von Menschen, die "anders" sind. Dieses Prinzip sowie die Anmaßung absoluter Macht über Leben und Tod stehe oft an der Wurzel von Terror und Barbarei.

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