Affären

ORF-Geheimberichte: Stiftungsräte müssen Handy abgeben

ORF-Stiftungsräte dürfen ab Montag die umstrittenen Compliance-Berichte einsehen - FPÖ-Mann Peter Westenthaler findet die strengen Regeln nicht in Ordnung: "Wir sind ja nicht im Kindergarten." 

Der Bericht der ORF-Compliance-Kommission zum Fall Weißmann hat für blankes Unverständnis gesorgt. Obwohl der inzwischen gekündigte ehemalige ORF-Chef einer ORF-Mitarbeiterin einschlägige Fotos gepostet hatte, wurde Weißmann vom Vorwurf des "sexuellen Missbrauchs" quasi reingewaschen. Die neue Generaldirektorin Ingrid Thurnher lässt jetzt die Stiftungsräte ab Montag Einsicht nehmen - und zwar nicht nur in das Weißmann-Papier, sondern auch in die Berichte über ORFIII-Chef Peter Schöber sowie den ehemaligen ORF-NÖ-Landesdirektor Robert Ziegler. Schöber war ebenfalls unangemessenes Verhalten vorgeworfen worden, Ziegler soll Interventionen der Landes-ÖVP umgesetzt haben, in beiden Fällen kam es zu keinen dienstrechtlichen Konsequenzen.

Westenthaler: "Sind ja nicht im Kindergarten"

Thurnher hat strenge Regeln für die Einschau der Stiftungsräte verordnet: Um etwaige Tippgeber zu schützen, werden die Berichte nicht herausgegeben und auch nicht kopiert. Sie liegen in einem Büro auf, bevor dieses betreten werden kann, müssen die Stiftungsräte ihr Handy abgeben. Sie dürfen den Bericht nur lesen, nicht aber fotografieren oder kopieren.

Der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat Peter Westenthaler findet das alles andere als okay. "So war das nicht ausgemacht, aber ich kann eigentlich nichts dagegen machen." Geheimhaltung sei ja okay, aber: "Wir sind ja nicht im Kindergarten, sondern alle erwachsene Menschen", so Westenthaler. Er werde am kommenden Montag umgehend Einsicht nehmen. Westenthaler fordert ja schon länger den Rauswurf auch von Schöber und Ziegler.

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