Renate Anderl

AK-Wahl Ende März

Anderl: 'Holen uns freien Tag zurück'

AK-Präsidentin Renate Anderl (SPÖ) greift vor der AK-Wahl Ende März die Regierung an.

Vor allem die Streichung des Karfreitages stört die SPÖ-Politikerin, die sich am 20. März bei der Wiener AK-Wahl erstmals der Wiederwahl stellt. Laut EuGH-Urteil hätte der Karfreitag für alle frei sein müssen.

ÖSTERREICH: Müssen Sie der Regierung nicht für Steilvorlagen vor der AK-Wahl wie den 12-Stunden-Tag dankbar sein?

RENATE ANDERL: Das sehen wir nach der Wahl. Aber ja, seit diese Regierung im Amt ist, ist vieles passiert, das Nachteile für die Arbeitnehmer bringt.

ÖSTERREICH: Wie lange ist die Liste dieser „Angriffe“?

ANDERL: Man könnte sie die „Fouls der Regierung“ nennen. Da gibt es den 12-Stunden-Tag, der überfallsartig kam. Oder das Rauchen in der Gastronomie – jetzt müssen Menschen in Lokalen arbeiten, wo geraucht wird. Bei der Sozialversicherungsreform wurde eine Patientenmilliarde versprochen: Weder Experten noch Rechnungshof wissen, woher die kommen soll. Der versprochene Rechtsanspruch auf den Papa-Monat fehlt nach wie vor. Aktuellstes Beispiel ist der gestrichene Karfreitag.

ÖSTERREICH: Wird die AK auch rechtlich gegen die Karfreitags-Lösung vorgehen?

ANDERL: Der EuGH hat entschieden, dass der Karfreitag für alle frei sein muss. Hätte die Regierung nichts getan, wäre das jetzt auch so. Die AK wird mit dem ÖGB ein Rechtsgutachten einholen. Wenn es eine Möglichkeit gibt, den freien Tag zurückzuholen, dann werden wir auch vor Gericht gehen. Die jetzt geplante Regelung ist ein Witz. Urlaubstag ist Urlaubstag und Feiertag ist Feiertag. Und wir fordern einen Feiertag. (Interview: K. Fischer)

 

Wirbel um Kurz-Angriff auf die AK

Kanzler Sebastian Kurz hat der AK in ÖSTERREICH am Sonntag vorgeworfen, sie habe mit Unterstützung der Karfreitagsklage beim EuGH „eine sehr gute Regelung zerstört“. SPÖ-Parteimanager Thomas Drozda ging am Sonntag in die Offensive und zeigte sich „irritiert“. „Für die schlechte Regelung der Regierung die AK verantwortlich machen zu wollen, zeugt von schlechtem Stil und ist eines Bundeskanzlers unwürdig.“     



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