Aufstand gegen Deutschklassen

Brennpunkt Schule

Aufstand gegen Deutschklassen

Ohne Ärger mit den Lehrern wird Regierung Deutschklassen nicht einführen können.     

„Wenn wir Antworten bekommen, dann gut. Wenn nicht, überlegen wir uns als Gewerkschaft, welche Maßnahmen wir er­greifen können“, erklärt Paul Kimberger gegenüber ÖSTER­REICH. Seine Unterschrift steht unter einer bundesweiten Resolution, die die Gewerkschaft der Pflichtschullehrer diese Woche beschloss. Das Papier bedeutet Ungemach für die Deutschklassenpläne der Regierung.

Der Grund: Die Pädagogen beklagen sich darin über ungeklärte Fragen. „Wir wissen weder, welche Qualifikationen die Lehrer dafür brauchen, noch wie es um die Gruppengrößen steht, und auch auf die angekündigten Lehrpläne warten wir noch. Das sorgt für enorme Ver­unsicherung“, ärgert sich der schwarze Gewerkschaftsboss Kimberger über die ÖVP-Pläne. Kurz: Den Pädagogen geht die Reform, die bereits im Herbst starten soll, viel zu schnell.

Treffen

Mehrkosten und extra Klassenräume seien in der bereits abgeschlossenen Planung der Schulen für den Herbst noch nicht berücksichtigt. ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann will sich nun mit der Gewerkschaft aussprechen. Bis dahin gilt die Drohung der „gewerkschaftlichen Maßnahmen“ – also unter Umständen auch Streik – aus der Resolution.

© APA/GEORG HOCHMUTH

Faßmann: Sozialdienst für schlimme Schüler

Wer gewalttätiges Verhalten zeigt, könnte mit Reinigungsdienst bestraft werden. 

Laut aktueller Statistik ist die Gewalt an heimischen Schulen seit Jahren im Steigen begriffen. Allein 2017 hagelte es über 800 Anzeigen wegen Körperverletzung. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) will nun eine flächen­deckende Umsetzung von Verhaltensvereinbarungen an den Schulen. Darin sollen auch „Sozialdienste“ zur Wiedergutmachung ermöglicht werden: „Dienste an der Gemeinschaft werden forciert“, so Faßmann, etwa Nachhilfe für jüngere Schüler.

„Warum soll man nicht etwa als Konsequenz den Sportplatz aufräumen, das Klassenzimmer reinigen oder bei der Organisation helfen müssen – als soziale Maßnahme?“, meinte der Minister dazu in der ZiB 2.

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