Bandion: Krankenstand statt Richterin

Zweifel an Rückkehr ins Gericht

Bandion: Krankenstand statt Richterin

Die Ex-Ministerin soll ab Mai eine kleine Richterin mit 4.000 Euro Gage werden.

Sie versucht, sich kämpferisch zu zeigen. Und so, als ob sie der Ausstieg aus den lichten Höhen der Politik gar nicht störe. Ex-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner scheint dennoch eine enden wollende Lust zu verspüren, ab Mai ein „Comeback“ als kleine Richterin am Wiener Landesgericht zu feiern.

In einem ZiB24-Interview erklärte die gefallene Ex-Justizministerin vielsagend: „Jetzt kümmere ich mich einmal um meine Gesundheit.“

Ehemalige Wegbegleiter der Ex-Bawag-Richterin meinen nun, dass Bandion „damit bereits vorbaut und ihren Job im Wiener Landesgericht doch nicht antreten wird.“
Tatsächlich ist die 44-jährige Juristin Diabetikerin – eine Auszeit nach dem beruflichen und emotionalen Stress wäre also durchaus verständlich.

Warten auf besseren Job
Vor allem da ÖVP-Kreise – nachdem Häme aus Richterkreisen über Bandion-Ortner ausgegossen wurde – doch versuchen wollen, der „parteifreien“ Ex-Ministerin, die sie 2009 aufgestellt hatten, einen „adäquateren“ Job zu vermitteln.

Immerhin befürchten viele in der ÖVP, dass „sonst überhaupt niemand mehr von ­außen in die Politik gehen“ werde. Bandion-Ortner selbst sagte zudem dem ORF: „Politische Quereinsteiger haben es sicherlich viel schwieriger, weil ja die politische Erfahrung fehlt.“

Den angestrebten Job als Gerichtspräsidentin in Krems kann sie derzeit zwar nicht antreten, weil die Bewerbungsfrist verstrichen ist, dafür könnte sie nach gewisser Zeit Verfassungsrichterin werden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Das ZiB24-Interview mit Claudia Bandion-Ortner >>

"Schaue auf meine Gesundheit"
Im ZiB24-Interview redete Claudia Bandion-Ortner über ihre Fehler und Zukunft.

Frage: Frau Bandion-Ortner, Sie sind seit einigen Tagen wieder Frau Rat und nicht mehr Frau Justizminister. Wie geht’s Ihnen?
Bandion-Ortner: Mir geht’s sehr gut. Es gibt Redakteure, die wollen mich offenbar am Boden zerstört sehen, aber diesen Gefallen werde ich ihnen nicht tun.

Frage: Aber, im Nachhinein gesehen, war es für Sie nicht eine Niederlage, so abserviert zu sein?
Bandion: Nein, in der Politik ist es einfach so, dass es sehr schnell gehen kann. Das war mir auch bewusst, dass es eine geliehene Zeit ist. Wenn man am Boden bleibt, dann kann man auch nicht abstürzen.

Frage: Hat man es als Quereinsteiger schwerer?
Bandion: Ja, Quereinsteiger haben es sicherlich schwieriger, weil ja die politische Erfahrung fehlt, und wenn man parteiunabhängig ist, ist es noch schwieriger. Man hat ja nicht diese Infrastruktur der Partei zur Verfügung!

Frage: Haben Sie auch Fehler gemacht?
Bandion: Also, Fehler macht jeder, wir alle sind nicht fehlerfrei. Ich bin aber auch stolz darauf, was ich geschaffen habe.

Frage: Jetzt sollten Sie einen neuen Job bekommen, als Berufungsrichterin …
Bandion: Ich möchte jetzt einmal zuerst auf meine Gesundheit schauen. Wie man weiß, ist die Spitzenpolitik nicht unbedingt gesundheitsfördernd, und dann wird man weitersehen! Man hat mir jetzt eine Berufungsabteilung zugeteilt. Man kann sich natürlich die Abteilung nicht einfach aussuchen oder eine Abteilung herzaubern.

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