Hintergrund

Bisher nur unter Sinowatz/Vranitzky Ämtertrennung

sinowatz
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Die Ämtertrennung von Parteiführung und Regierungs-Spitzenfunktion hat in der SPÖ keine Tradition.

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Nur einmal - beim Wechsel von Fred Sinowatz zu Franz Vranitzky in den Jahren 1986 bis 1988 - war der Bundeskanzler nicht auch SPÖ-Vorsitzender. Damals war es allerdings umgekehrt: Sinowatz ging als Kanzler und blieb noch zwei Jahre Parteichef.

Ämtertrennung nach Waldheim-Wahl
Nach der für die SPÖ verlorenen Wahl Kurt Waldheims zum Bundespräsidenten trat Sinowatz im Juni 1986 als Bundeskanzler zurück - und machte Finanzminister Franz Vranitzky den Weg ins Kanzleramt frei. Dieser führte die SPÖ im Oktober 1986 als Spitzenkandidat in die Neuwahlen, nachdem er die rot-blaue Koalition aufgelöst hatte. Sinowatz blieb aber bis Mai 1988 Parteiobmann - und wurde im Oktober 1987 beim Parteitag sogar noch einmal wiedergewählt. Erst im März 1987 gab Sinowatz seinen Rücktritt von der Parteispitze bekannt und Vranitzky wurde bei einem außerordentlichen Parteitag im Mai zum SPÖ-Vorsitzenden gewählt.

In allen anderen Fällen - beim Wechsel von Bruno Kreisky zu Sinowatz und von Vranitzky zu Viktor Klima - folgte wenige Monate nach dem Rückzug als Bundeskanzler ein Parteitag, bei dem der neue Kanzler auch zum Parteichef gekürt wurde. Auch bei den Vizekanzlern Adolf Schärf und Bruno Pittermann war dies beim Wechsel im Jahr 1957 der Fall.

Parteiobmänner und Bundeskanzler der SPÖ seit 1945:

* Schärf: Von der Wiederbegründung der SPÖ bis zum Parteitag am 15.12.1945 interimistischer Vorsitzender

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