Brief 
an toten Haider

Kurt Scheuch

Brief 
an toten Haider

In einem Brief ins Jenseits ist der FPK-Chef voll des Lobes für sich selbst.

Jörg Haider hatte bereits im März 2009 – fünf Monate nach seinem Tod – der FPK in Kärnten einen Wahltriumph eingebracht. Jetzt, da es für FPK-Landeshauptmann Gerhard Dörfler in den Umfragen trübe ausschaut, soll offensichtlich wieder der tote Haider helfen.

FPK-Chef Kurt Scheuch hat anlässlich der Wahl am 3. März einen pathetischen Brief an den verstorbenen Landeshauptmann geschrieben.

Die blassblauen Zeilen sind freilich eine eindeutige Wahlkampfbotschaft. Scheuch listet die angeblich „zahlreichen Erfolge“ seiner Partei auf.

„Wir passen auf Dein Kärnten auf …“
In Kärnten sorgt das Schreiben, das in der FPK-Parteizeitung Kärntner Nachrichten veröffentlicht wurde – freundlich ausgedrückt – für Verwunderung: „Wenn ich, mein Freund hier oben stehe, wo Gedanken ungestört schweifen können. Im gleißenden Licht eines kalten Wintertages, die Täler tief unten. Dann, mein Freund, denk ich an Dich. An gemeinsame Touren, an Kraftanstrengungen hier oben und da draußen, bei den Menschen (…).“ Während Scheuch offenbar darauf vergessen hat, Jörg Haider etwa von der rechtskräftigen Verurteilung von Uwe Scheuch zu informieren, schwärmt der Kärntner von „der Urlaubsregion“, die nur durch Haiders Tod getrübt sei, aber: „Wir passen auf Dein Kärnten auf, mein Freund – der uns so fehlt.“

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    Auf der nächsten Seite der Brief im Wortlaut!


    Mein Freund Jörg!

    Wenn ich, mein Freund, hier oben stehe, wo Gedanken ungestört schweifen können. Im gleißenden Licht eines kalten Wintertages, die Täler tief unten. Dann,
    mein Freund, denk ich an Dich.

    An gemeinsame Touren, an Kraftan stren gungen hier oben und da draußen, bei den Menschen in unserem geliebten Heimatland. Wir haben von einem freien Land geträumt! Von freien Menschen, die ohne Druck und ohne Zwang von Parteien leben, arbeiten, Familien gründen, Wohlstand schaffen sollten. So frei, wie wir hier oben waren! Viele Jahre sind seitdem vergangen, viel haben wir erreicht und uns bemüht, auch seitdem du fort gegangen bist! Wir sind ein stolzes Land, in dem es den Menschen gut, ja besser geht als noch vor Jahren. Wir haben gesunde Betriebe – es werden immer mehr, wie uns die Statistik zeigt. Die Arbeitslosigkeit liegt, gottlob, deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt. Junge Menschen haben tolle Möglichkeiten, in Kärnten eine perfekte Ausbildung zu erhalten: Lehre mit Matura konnten wir durchsetzen. Die Qualität unserer Fachhochschulen wurde gesteigert. Unsere Universität und die übrigen Kaderschmieden blühen. Vielleicht gelingt es, auch eine medizinische Universität in Kärnten zu etablieren. Gerhard, Christian, Harald und ich – ja, wir arbeiten hart an dem Programm, das wir, mein Freund, gemeinsam geschrieben haben. Auch die Standorte unserer Krankenanstalten konnten wir erhalten; aus dem LKH haben wir das über unsere
    Grenzen hinaus sehr angesehene Klinikum Klagenfurt am Wörthersee gemacht. Es geht uns gut! Babygeld, Müttergeld – Du hast es erfunden – gibt es weiterhin für unsere Familien. Den Teuerungsausgleich (weißt Du noch, wie schwierig es war, das durchzusetzen?), das Jugendstartgeld, die Brennholzaktion kann sich Kärnten leisten! Denn wir haben gespart, wo es möglich war, um uns zu leisten, was wichtig ist! Wir haben überall in Kärnten gebaut, um die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeit für Kärnten zu sichern. Der Koralmtunnel, für den wir gemeinsam gekämpft haben, wird Wirklichkeit. Unser Land rückt näher an die großen Zentren heran und bleibt doch so ursprünglich und schön, wie Du es wolltest. Wir sind 2013 sogar unter den Top-10 der besten Urlaubsregionen der Welt!

    Auf das alles sind wir stolz! Gerhard, Harald, Christian und ich werden weiter arbeiten. Gemeinsam mit vielen, vielen Freunden im ganzen Land. Wir werden weiter bauen an der guten Zukunft des Landes! Wir passen auf Dein Kärnten auf, mein Freund – der uns so fehlt!

    Dein Kurt Scheuch
    Landesparteiobmann der Freiheitlichen in Kärnten

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