Politik-Insider

Brutaler Kampf um den FPÖ-Chefposten

Kickl und Hofer im Parlament
© APA/HERBERT NEUBAUER
Die Kickl-Unterstützer versuchen Hofer derzeit an allen Ecken zu desavouieren.
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Es erinnert zunehmend an das Playbook von Jörg Haider und seinen Mannen aus dem Jahr 2002. Das berühmt-berüchtigte „Delegiertentreffen“ von Knittelfeld ist fast 20 Jahre her, aber erneut soll ein Parteichef nach allen Regeln der Kunst der blauen Welt offenbar abmontiert werden. Diesmal heißt das Duell Herbert Kickl gegen Norbert Hofer. Damals beide aufseiten von Jörg Haider.

Eskalation

In der vergangenen Woche eskalierte der Konflikt zwischen FPÖ-Klubchef und dem FPÖ-Bundesparteichef immer deutlicher. Nachdem sich Hofer „erdreistet“ hatte einzufordern, dass alle FPÖ-Mandatare – also auch Kickl – den Regeln folgen sollten und eine FFP2-Maske zu tragen, revoltierte der ­Parlamentsklub. Kickl dürfte diesen fest im Griff haben. Auch „dank“ altbekannter Vertreter wie Martin Graf und Johannes Hübner. Beide stets durch Verhalten im weit rechts stehenden Eck bekannt.

Abrechnung

Eine Klubsitzung – wie berichtet – an der Hofer nicht teilnahm, geriet zur Abrechnung mit dem FPÖ-Nationalratspräsidenten. Und das wurde – ganz gemäß alter blauer Kameradschaft – bewusst an die Öffentlichkeit lanciert. Hübner berichtet darüber in ­einem Onlineportal, das vom Dokumentationsarchiv als „rechtsextrem“ eingestuft wird, demonstrativ offen.

Diese Plattform schießt sich auch seit Längerem gegen Oberösterreichs FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner und den Welser Bürgermeister Rabl ein. Das könnte wiederum mit Mehrheiten im FPÖ-Vorstand zusammenhängen. Dort dürfte Hofer eher noch mehr Unterstützer als Kickl haben. Um Kickl als FPÖ-Chef zu installieren, bräuchten die Blauen einen Parteitag. Und um das zu beschließen, bräuchte es eine Mehrheit im Parteivorstand.

"Fliegender Koalitionswechsel"

Das Kickl-Lager soll lanciert haben, dass Hofer mit dem Kabinettschef von Kanzler Kurz Gespräche über ­„einen fliegenden Koalitionswechsel“ geführt habe. Gespräche, die zwar nie stattfanden. Aber für genügend Wirbel in Blau sorgten.

Isabelle Daniel

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