Politik-Insider
Das lief alles schief beim Ankauf der Impfstoffe
Falsches Pferd. Im heimischen Gesundheitsministerium war man angetan von AstraZeneca. Oxford meinte im Sommer, dass man bereits im September einen Impfstoff haben werde. Kurz darauf passierte die erste Panne mit dem Impfstoff und die Studie pausierte kurz. Zur selben Zeit erklärte der Pandemie-Guru der USA Anthony Fauci immer häufiger, dass er „positiv optimistisch“ sei, was die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe angehe. Damit gemeint: Moderna und Biontech-Pfizer.
- Ex-Impfkoordinator Clemens Martin Auer setzte weiter auf den Vektorimpfstoff. Als Gesundheitsminister Rudolf Anschober im Herbst von einem Impfstoff ab Jänner sprach, war von AstraZeneca die Rede.
- Im EU-Lenkungsausschuss setzten sich Deutschland und Frankreich für den Ankauf von Biontech-Pfizer, Moderna, CureVac und Sanofi ein. Österreich, Tschechien und Kroatien drängten auf AstraZeneca. Alle Staaten waren sich einig, dass man sowohl Vektor- als auch mRNA-Impfstoffe brauche.
- Die EU-Kommission kauft im November – nach den USA und Großbritannien – Biontech-Pfizer und Moderna. Zu diesem Zeitpunkt weiß man, dass die Effektivität 94 Prozent entspricht.
- In Österreich präferiert man weiter den einfacher zu handhabenden AstraZeneca-Impfstoff. Von den ersten 200 Millionen Dosen Biontech, die die EU zunächst kauft, schöpft man 1,5 statt zwei Prozent aus.
Im November kannte man genau die Quoten
Ankauf. Im November wurden die damaligen Ankäufe Österreichs veröffentlicht: sechs Millionen Dosen AstraZeneca, 2 Millionen (statt 3,9) Johnson & Johnson, 3,5 Millionen (statt 4) von Biontech. Man kaufte später nach. Aber seit damals war bekannt, auf was Österreich verzichtet hätte.
Isabelle Daniel
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