Politik-Insider

Hollande: Ein französischer "Gusi"

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Wie Gusenbauer seinerzeit wurde Hollande vor seinem Wahlsieg belächelt.

Unterschätzt
Mit François Hollande hat in Paris quasi der „Alfred Gusenbauer“ Frankreichs gewonnen. Wie einst Gusenbauer, wurde auch Hollande vor seinem Wahlsieg belächelt, auch er wurde ins Lächerliche gezogen. Und Frankreichs neuer Präsident wird es genau so schwer haben wie der einstige rote Kanzler.

Der 57-Jährige übernimmt ein Land in der Krise. Seine Rezepte – mehr Staatsbeamte, Verstaatlichungen und das Aufschnüren des EU-Fiskalpaktes – lassen Konservative vor dem roten Mann in Paris erschaudern. Zu recht?

Viele Hoffnungen
Hollande als Gusenbauer? Nicht unbedingt. Sicher, die Sozialdemokraten in Österreich und Deutschland werden nun nach links rücken und ihre neue Stärke in der EU feiern.

Aber Hollande wird schnell von der Alltagsrealität eingeholt werden: Von volatilen Börsenkursen und einem Euro, der labil auf politische Richtungsspiele reagiert. Von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel, die weiter auf der Schuldenbremse stehen wird und Hollande nur bei Wachstumsinitiativen entgegenkommen wird. Hollande hat viele Hoffnungen ­geweckt. Hoffnungen, er könnte die EU endlich dazu zwingen, die Ursachen der Krise und nicht nur ihre Symptome zu bekämpfen.

Hoffnungen, die kaum erfüllbar sind. Und so wird dem Unterschätzten aus Paris ein ähnliches Schicksal drohen wie einst Gusenbauer.

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