Personalfrage

Expertin ortet "Probleme bei Kommunikation" in SPÖ

In der SPÖ Niederösterreich kehrt nach hektischen Tagen Ruhe ein. Sven Hergovich bleibt an der Spitze der Landespartei, doch Politologin Katrin Praprotnik sieht Probleme in der internen Kommunikation der Partei.

Die Personalentscheidung steht fest: Sven Hergovich führt die SPÖ Niederösterreich weiterhin an. Zuvor herrschte helle Aufregung, als Informationen über eine mögliche Kandidatur von Ulrike Königsberger-Ludwig vorab an die Medien gelangten. Selbst Hergovich erfuhr erst aus der Presse davon. Nun bleibt formal alles beim Alten, doch der Vorfall hinterlässt Spuren. Laut Politikwissenschafterin Katrin Praprotnik offenbart das Ganze Probleme in der internen Kommunikation der Landespartei, wie sie laut "ORF Niederösterreich"-Bericht analysiert.

Die Expertin sieht ein Problem darin, dass interne Pläne direkt nach außen dringen. Man habe es "ganz offensichtlich" nicht geschafft, "eine zunächst als intern gedachte Angelegenheit, nämlich die Frage einer möglichen Kandidatur, auch intern zu belassen", erklärt Praprotnik. Zwar wollte sich Königsberger-Ludwig als verbindende Alternative zu Hergovich präsentieren, doch am Ende blieb es laut Praprotnik bei einem "Sturm im Wasserglas". Dennoch zeige die Situation Unzufriedenheiten in den Bezirksorganisationen der SPÖ Niederösterreich, für die man neue Wege der Kommunikation finden müsse.

"Über die Führungspersonen noch nicht einig"

Auch die Bundes-SPÖ meldete sich schriftlich zu Wort und begrüßte Pläne für eine engere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ebenen. Für Praprotnik steht fest: "Dass die SPÖ die Personaldebatte einfach nicht los wird und zwar auf den unterschiedlichen Ebenen." Das schade der öffentlichen Wahrnehmung, da das Bild einer Partei entstehe, "die sich über die Führungspersonen noch nicht einig ist". Sven Hergovich selbst gehe jedoch gestärkt aus dem Konflikt hervor, da er nun ohne nennenswerten Gegenkandidaten fest im Sattel sitze.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten