Interview

"Flöttl hat etwas zur Parteien-Finanzierung gesagt"

Der Wiener Staatsanwalt Georg Krakow führt die BAWAG-Ermittlungen. Mit ihm plauderte Flöttl über Zahlungen

FRAGE: Herr Staatsanwalt, Wolfgang Flöttl hat bei Ihnen ausgesagt, dass er Geld an die SPÖ gezahlt hat?
Krakow: Er hat das am Rande erzählt. Er hat zwischen Tür und Angel etwas von Geldflüssen in diese Richtung erwähnt.

FRAGE: Was heißt zwischen Tür und Angel?
Krakow: Na ja, beim Plaudern. Es war keine offizielle Aussage, deshalb ist sie auch nicht im Protokoll.

FRAGE: Aber Sie sind der Sache trotzdem nachgegangen?
Krakow: Aber sicher. So sind wir auf diesen Beratervertrag gestoßen.

FRAGE: Einen Vertrag zwischen Flöttl und Franz Vranitzky?
Krakow: Ja.

FRAGE: Gibt es dabei Hinweise auf eine strafbare Handlung?
Krakow: Wir haben derzeit keine Hinweise auf einen strafrechtlichen Aspekt.

FRAGE: Wie hat Flöttl die Überweisungen begründet?
Krakow: Er hat etwas in Richtung Parteienfinanzierung gesagt.

FRAGE: Und war es Parteienfinanzierung?
Krakow: Wir wissen nicht, ob das stimmt oder nicht. Wir haben keine Hinweise, können aber auch nichts ausschließen. Für uns ist das heikel. Die Sache kann ja politischen Sprengstoff bergen, und wir wollen uns nicht zum Werkzeug von irgendwem machen.

FRAGE: Wieso sollte Flöttl das denn gesagt haben?
Krakow: Schauen Sie, Herr Flöttl wird bei uns als Beschuldigter geführt. Vielleicht will er für sich etwas erreichen...

FRAGE: Sich bei bestimmten politischen Kräften beliebt machen?
Krakow: Keine Ahnung, aber es könnte ein mögliches Motiv sein.

FRAGE: Noch kurz eine andere Frage: Angeblich wurde innerhalb der Regierung Druck auf die Justizministerin gemacht, dafür zu sorgen, dass die Bawag-Klage gegen die Herrn Elsner und Flöttl doch noch vor den Wahlen kommt. Gab es schon sanften Druck auf Sie?
Krakow: Die Anklage ist noch nicht fertig. Definitiv nicht fertig.

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