Grasser: Eklat vor Gericht

Launiger Auftritt

Grasser: Eklat vor Gericht

Grasser war nicht als Kläger oder Geklagter, sondern als Zeuge vor Gericht.

Wie so oft endet ein Auftritt Karl-Heinz Grassers vor Gericht mit einer Show-Einlage: Bei seiner Zeugenaussage im Prozess gegen Peter Westenthaler und Thomas Kornhoff, Ex-Vorstände der Bundesliga, lieferte er sich am Donnerstag ein Duell mit Kornhoffs Anwalt Michael Dohr. "Herr Richter, darf ich fragen, wer der Herr ist?", fragte KHG, als Dohr patzig seine Befragung startete. Auftakt eines hitzigen Zweikampfs. Selbst Westenthaler schüttelte ungläubig den Kopf, als sich die zwei vor 70 Prozess-Beobachtern beflegelten.

Nach zwanzig Minuten reichte es Ex-Finanzminister Grasser mit Dohr: „Haben Sie noch eine Frage, oder wollen Sie weiter meine Zeit verschwenden?“

"Fußball-Million hat mich nur Minuten beschäftigt"
Westenthaler wird vorgeworfen, eine Million Euro für die Tilgung von Bundesliga-Schulden statt wie vereinbart zur Jugendförderung verwendet zu haben. Es gilt die Unschuldsvermutung. Grasser will kaum etwas mit der Förderung zu tun gehabt haben: "Ich hatte ein Budget von 60 Milliarden. Diese Fördermillion für die Bundesliga beschäftigte den Bundeskanzler und mich einige Minuten." Seinen Ex-Weggefährten bei der FPÖ wollte Grasser nicht belasten: "Ich habe bis heute keine Wahrnehmung dazu, dass Geld zweckwidrig verwendet wurde", so KHG. Am 13. Januar geht das Verfahren weiter, auch das Urteil soll dann fallen.

Grasser-Verfahren. Über seine eigenen Justiz-Schwierigkeiten rund um die Privatisierung der Buwog sagte KHG zu ÖSTERREICH: "Nur eine Einstellung des Ver­fahrens gegen mich wäre fair und gerecht." Dieser Wunsch dürfte ihm nicht erfüllt werden: Anfang 2015 fällt die Entscheidung, ob Grasser angeklagt wird.

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