Grün 
greift 
nach der Macht

Jubel

Grün 
greift 
nach der Macht

Grüne wollen auch im Bund regieren - Bald Machtfaktor in fünf Ländern. 

Eva Glawischnig kann es zeitweise immer noch nicht ganz glauben: Nachdem die Grünen im vergangenen Jahr bereits in der ewigen Fadesse der Opposition zu versinken drohten, regieren sie bald – wenn Salzburg und Tirol nach Plan laufen – in fünf Bundesländern mit.

Nach dem grünen Sensationserfolg in Salzburg – sie erreichten dort 20 Prozent und wurden in der Stadt Salzburg gar stimmenstärkste Partei – fühlt sich die grüne Bundessprecherin „in unserem Kurs bestärkt“.

Wo die Grünen bereits mitregieren, wo sie wollen

  • In Oberösterreich gibt es seit zehn Jahren eine schwarz-grüne Regierung.
  • In Wien hat die SPÖ die Grünen als Partner.
  • In Kärnten gibt es – erstmals in der Geschichte des Landes – seit März 2013 gar eine rot-grüne Mehrheit.
  • In Tirol verhandelt VP-Landeshauptmann Günther Platter eifrig mit den Grünen, um eine Koalition wahr werden zu lassen.
  • In Salzburg haben die Grünen mit 20 Prozent ebenfalls Aussichten, ein Partner des designierten VP-Landeshauptmanns Wilfried Haslauer zu werden.

Nun scheint erstmals seit Jahren plötzlich auch eine Regierungsbeteiligung im Bund nach der Nationalratswahl am 29. September realistisch.

„Ja, wir wollen regieren und gestalten“, macht die grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig im ÖSTERREICH-Interview keinen Hehl aus ihren Zielen.

Die rot-schwarze Koalition sei nicht nur in Salzburg, sondern auch im Bund „ausgelaugt und nicht mehr handlungsfähig“, sagt die Grüne.

Mindestens 15 Prozent wollen die Grünen bei den Nationalratswahlen erreichen, damit kein Weg mehr an ihnen vorbeiführt.

Österreich: Die Grünen regieren in drei Ländern, in zwei weiteren könnten sie bald Partner werden. Wollen Sie auch im Bund mitregieren?
Eva Glawischnig:
In Salzburg gab es ein klares Signal der Bevölkerung: Rot-Schwarz wurde abgewählt. Allerdings ist es noch offen, ob es nicht doch zu einer Koalition der Verlierer kommt. Nach dem sensationellen Ergebnis in Salzburg ist auch für die Nationalratswahl sehr viel möglich und offen. Ja, wir wollen auch im Bund regieren und gestalten. Die rot-schwarze Koalition ist ausgelaugt. Da braucht es Veränderung.

Österreich: Nur wie wollen Sie das schaffen?
Glawischnig:
In den Ländern gibt es nach den Erfolgen bei vier Landtagswahlen sehr viel Engagement und Energie vom Bodensee bis zum Neusiedler See. Inhaltlich werden wir weiter auf Antikorruption und Umweltschutz setzen. Das Amtsgeheimnis muss fallen. 2013 ist das Jahr der Veränderung – im positiven Sinn.

Österreich: Realistisch wäre aber wohl nur eine Dreier-­Koalition mit SPÖ und ÖVP?
Glawischnig:
Das ist offen. Aber SPÖ und ÖVP müssen sich ändern. Alibipolitik wird es mit uns nicht geben.

 

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