Koralmbahn

Grüne mit verschiedenen Positionen

Bei den Grünen reichen die Meinungen über den Bau der Koralmbahn "vernünftig" bis zum "Eurofighter der Infrastruktur".

Nicht nur innerhalb der SPÖ, auch unter den Grünen gibt es unterschiedliche Standpunkte zum Projekt Koralmbahn und seine Dringlichkeit. Der steirische Landessprecher, Abg. Werner Kogler, sieht die Achse Wien - Norditalien als "wichtig und realistisch" sowie den Realisierungszeitraum bis 2016 als "vernünftig" an. Seine Parteikollegin Verkehrssprecherin Gabriele Moser hatte das 4 Mrd. Euro teure Bauvorhaben hingegen zuletzt als "Eurofighter der Infrastruktur" bezeichnet.

Im Gegensatz zu Moser, die die Auffassung vertrat, dass Verträge mit den Ländern angepasst werden könnten, will Kogler ein Bekenntnis der Regierung zur öffentlichen Investition. Zusätzlich 350 bis 400 Mio. Euro pro Jahr an wirklichen Schienen-Investitionen seien notwendig. Dass alle Projekte auf den Prüfstand kämen und die Rangfolge bewertet werde, sei in Ordnung. Er sei aber dagegen, dass diese auf Zuruf von Landeshauptleuten erfolge, meinte der Grünen-Landessprecher im APA-Gespräch.

Die aktuelle Koralm-Diskussion ging auf "Aufscheuchungsversuche des ÖBB-Vorstands" zurück, meinte Kogler. Nehme man die "kleinkarierte Rechenschieberei der ÖBB" als Maß der Dinge, "wäre seinerzeit auch die Ghega-Bahn über den Semmering nicht gebaut worden, bestenfalls die Pferdeeisenbahn nach Budweis." Betriebs- und volkswirtschaftliche Bewertungen würden nun einmal öfters auseinander gehen, so Kogler abschließend.

Innerhalb der Grünen hatte es auch in der Diskussion über den Semmering-Basistunnel unterschiedliche Positionen gegeben. Der frühere Verkehrssprecher Rudi Anschober hatte von einem "Risikoprojekt" gesprochen und dessen Stopp gefordert, seine Nachfolgerin Moser wollte einer Südost-Spange über das Burgenland den Vorzug gegeben, während die steirischen Grünen vehement für die Relaisierung des SBT eingetreten sind.

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