Grüne wollen Nummer 1 bei Jungen werden

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Grüne wollen Nummer 1 bei Jungen werden

Jungwählern sollen auf Konzerten, Festivals und Schulen erreicht werden.

Die Grünen laufen in den letzten Tagen vor der Nationalratswahl "um jede Stimme" der Jungwähler. Das sagte Jugendkandidatin Lara Köck bei einer Pressekonferenz am Freitag, bei der sie gemeinsam mit Parteichefin Eva Glawischnig und dem Wiener Gemeinderat Alexander Van der Bellen jugendpolitische Forderungen präsentierte. Mit einem Video, das an die Erstwähler adressiert ist, Mailings und Direktkontakten starten die Grünen in eine Schlussoffensive bei Jungwählern.

   "Das Ziel ist, Nummer eins bei jungen Wählern zu sein", sagte Glawischnig. Mit den Themen Umweltschutz, Bildungsreform und leistbares Leben will sie diese überzeugen. Um leistbare Mobilität im öffentlichen Verkehr zu gewährleisten, fordern die Grünen eine Ausweitung des Top-Jugendtickets um 60 Euro auf ganz Österreich für junge Menschen bis 26 Jahre. Entlastungen bei der Wohnungssuche soll ein neues Mietrecht mit Mietzinsobergrenzen und der Abschaffung von Maklergebühren für Mieter bringen, so Glawischnig.

   Außerdem will sie "Scheinpraktika" abstellen und ein Stipendiensystem für Ausbildungspraktika, "insbesondere im NGO-Bereich" einführen. Das relevanteste Thema sei die Bildungsreform, so die Grüne Spitzenkandidatin. Die Schulreform müsse "aus den Schützengräben parteipolitischer Auseinandersetzungen" befreit werden. Die Grünen treten für eine gemeinsame Schule der sechs bis 14-Jährigen und ein "gerechtes Lehrerdienstrecht" ein. An den Universitäten müssten mindestens 100.000 zusätzliche Studienplätze geschaffen werden.

   "Wir werden in den letzten neun Tagen um jede Stimme laufen", kündigte Köck an. 500.000 Direktkontakte mit Jungwählern sollen auf Konzerten, Festivals, Volksfesten und vor allem in den Schulen erreicht werden. "Die Jugend ist nicht politikverdrossen", meinte Köck, vor allem die Zentralmatura sei ein großes Thema unter den Schülern, auch das Interesse am Umweltthema sei "gut ausgeprägt".

   In einem etwa einminütigen Video, das seit Donnerstag auf Youtube zu sehen ist, fordert Van der Bellen Erstwähler auf, ihr Wahlrecht wahrzunehmen. Mit der Frage an sich selbst "Wie war das beim ersten Mal?" wurde "eine erotische Konnotation" als Einstieg gewählt. Zu der derzeitigen Situation der Grünen meinte der ehemalige Bundessprecher: "Eva Glawischnig hat von Haus aus den Vorteil, als Grünes Urgestein akzeptiert zu sein", er sei "in gewisser Weise ein Außenseiter gewesen". Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Grünen am Wahlsonntag "das beste Ergebnis aller Zeiten" einfahren würden.

Diashow: Alle Bilder vom Duell Glawischnig vs. Spindelegger

Alle Bilder vom Duell Glawischnig vs. Spindelegger

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