Steuer-Akte Grasser

Justiz prüft

Steuer-Akte Grasser

Drei Millionen Euro in Liechtenstein im Visier der Finanz.

Finanzamt und Justiz geben sich verschlossen. Hinter den Kulissen läuft das Steuerverfahren gegen Karl-Heinz Grasser aber auf Hochtouren:

Seit 11. November hat die Justiz Finanzbeamte damit beauftragt, gegen den Ex-Finanzminister wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung zu ermitteln – ÖSTERREICH berichtete. Für Grasser gilt die Unschuldsvermutung.

Der Falter berichtet nun über neues Ungemach für KHG: Demnach prüfe die Finanz ein Grundstück in Maria Wörth, das eine Firma – "SMW OG" – er­worben habe.

Hinter der Gesellschaft stecken Grasser selbst und sein "Nennonkel" Burckhard Graf.

Laut Falter gehöre das Grundstück allerdings in Wirklichkeit Grassers Stiftung in Liechtenstein. Diese (steuerschonende?) Stiftung habe dann die Immobilie am Ufer des Wörthersees an Grassers Ehefrau Fiona vermietet.

Der Verdacht der Justiz: Karl-Heinz Grasser könne – im Unterschied zu seinen Angaben – ganz offen, "wie über ein Sparbuch", über die Gelder der Stiftung verfügen.

Grassers Anwalt Manfred Ainedter erklärt dazu, dass "alles ganz legal" sei.

Insgesamt lagen 3 Millionen in der KHG-Stiftung
ÖSTERREICH-Recherchen ergeben nun aber, dass die Justiz nicht nur wegen Grassers Luxusgrundstück in Kärnten ermittelt. Auch seine ausgebaute Penthouse-Immobilie in Wien und das Haus in Kitzbühel sind für Steuerfahnder und Justiz von Interesse. Mittels Amtshilfeansuchen an Liechtenstein will die heimische Justiz nun die Grasser-Stiftung in Liechtenstein ganz genau unter die Lupe nehmen. Denn das Konstrukt – mit zahlreichen Verflechtungen – sei zumindest "bemerkenswert". Insgesamt befänden sich angeblich drei Millionen Euro in der KHG-Stiftung.

Verdacht der Umgehung des Steuerrechts
Ein Justiz-Insider glaubt, dass es für den Ex-Finanzminister in Sachen Steuern eng werden dürfte. Der Verdacht der Finanzfahnder: KHG habe mutmaßlich mittels Stiftung das Steuerrecht umgangen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Steuerakt Grasser wurde nun jedenfalls dem Finanzamt im ersten Bezirk entzogen – dort ist eine Freundin Grassers Leiterin – und dem Finanzamt Döb­ling übergeben. Kommt jetzt bald Licht ins Dunkel?



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