Vor der Richterin

Klimakleberin Windl im neuen Look vor Gericht

Wegen schwerer Sachbeschädigung steht "Klimashakira" Anja Windl (29) vor Gericht. 

Das Großverfahren der Staatsanwaltschaft Wien gegen frühere Unterstützerinnen und Unterstützer der mittlerweile aufgelösten Klimaschutzbewegung "Letzte Generation" ist am Dienstagvormittag fortgesetzt worden. Angeklagt wegen Sachbeschädigung sowie schwerer Sachbeschädigung sind fünf ehemalige Aktivistinnen und Aktivisten - darunter auch die 29-jährige Anja Windl. "Der Protest war in dieser Situation notwendig", sagte sie am Dienstag vor der Richterin.

Aktivistin Anja Windl vor Richterin.

Aktivistin Anja Windl vor der Richterin bei der Fortsetzung des Verfahrens gegen Mitglieder der früheren "Letzte Generation" im Straflandesgericht in Wien. 

© APA/TOBIAS STEINMAURER

Zu den Hauptvorwürfen gegen Windl zählen Protestaktionen mit sogenannten Mumienhänden, also Sand und Superkleber. Eine solche hatte sich unter anderem am 20. November 2023 auf der Süd Autobahn (A2) zugetragen. Sie habe sich bereits mehrfach in Deutschland mit "Mumienhänden" auf Straßen befestigt. Im Gegensatz zu Protesten in Österreich, sei sie dort jedoch immer mit Hammer und Meißel gelöst worden. "Das geht ratzfatz", sagte Windl. Sie bekannte sich nicht schuldig.

Anja Windl: Mammut-Verfahren gegen Mitglieder der früheren

Anja Windl: Mammut-Verfahren gegen Mitglieder der früheren "Letzte Generation"  

© APA/TOBIAS STEINMAURER

Nicht Thema während des Prozesstages am Dienstag sollen hingegen Postings in den sozialen Medien Windls sein. Die Studentin hatte während des laufenden Gerichtsverfahrens immer wieder Kritik am Vorgehen der Behörden geübt. Die Staatsanwaltschaft sieht in den Postings den Tatbestand einer "Aufforderung zu einer mit Strafe bedrohten Handlung". Dazu soll ein eigenes Verfahren eingeleitet werden.

Auch Palästina-Protest inkriminiert

"Ich bin sehr bewusst in den Protest gegangen", sagte einer der anderen Angeklagten. Er bekenne sich teilweise schuldig. Der Mann hatte bei der Akademie der Wissenschaften im Mai 2024 rote Farbe verschüttet. Ein Schaden von 585 Euro entstand. Der Mann war zudem an den Aktionen im November 2023 beteiligt, indem er dort Platz für die Rettungsgasse bildete.

Vorgeworfen wurde dem Beschuldigten auch eine Aktion in Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt in Salzburg. Er hatte sich dort mit einem gefälschten Mitarbeiterausweis Zutritt zur Eröffnung der Salzburger Festspiele verschafft und dort in der Felsenreitschule mit Transparenten gegen den Gaza-Krieg protestiert. "Als jüdischer Mitbürger habe ich meine Verantwortung darin gesehen, auf das Thema aufmerksam zu machen", so der 38-Jährige.

Insgesamt 47 Personen sind angeklagt. Dutzende Geldstrafen wurden bereits ausgesprochen. Ob es wie ursprünglich angenommen tatsächlich der letzte Verhandlungstag in dem Großverfahren bleiben wird, steht noch nicht fest, da unter anderem eine für Dienstag geladene Zeugin wegen Krankheit nicht erscheinen konnte.

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