Nach Marathon-Sitzung

Kompromiss: ORF "nur" um 6,5 % teurer

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Medienminister Drozda verlangt vom ORF strikte Einsparungen für Gebührenerhöhung.

Gestern tagte der Finanzausschuss des ORF. Empfehlung an den Stiftungsrat, eine mäßige Gebührenerhöhung zu beschließen, gab es vorerst keine. ORF-Chef Alexander Wrabetz will seinen Vorschlag „noch einmal überarbeiten“. Das 35-köpfige Aufsichtsratsgremium des ORF soll am Donnerstag über den Antrag von Wrabetz bezüglich einer ORF-Gebührenerhöhung befinden. Bis zuletzt pokerten alle Parteien:

Stiftungsrat soll am 
Donnerstag Ja sagen

Ursprünglich wollte die ORF-Führung die Gebühren um 10,4% erhöhen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat bis 2017 ein erwartetes Minus von 81 Millionen Euro. Wrabetz möchte einen Teil via Einsparungen, einen Teil via Gebührenerhöhung reinkriegen, um wieder eine schwarze Null zu schreiben. Insgesamt geht es um ein Sparpaket von 300 Millionen Euro.

Vergangene Woche verlangte Wrabetz schließlich „nur“ noch eine 7,7-prozentige Erhöhung. Gestern zog Wrabetz seinen Antrag zurück, um ihn nachzubessern. Am Donnerstag soll – laut ORF-Insidern – schließlich eine Erhöhung von 6,5 Prozent in den Stiftungsrat eingebracht werden, damit SPÖ- und ÖVP-Stiftungsräte zustimmen.

Der grüne Stiftungsrat soll ebenfalls seinen Segen zu dem Plus geben, während FPÖ, Neos und Team Stronach die Steigerung von knapp 14 Euro im Jahr pro Haushalt weiter ablehnen. Auch im Internet (siehe unten) wird gegen das Gebühren-Plus kampagnisiert.

Drozda: »ORF soll bei den Sportrechten einsparen«

Medienminister Thomas Drozda sagt ÖSTERREICH: „Der Schwerpunkt muss bei Einsparungen liegen. Das heißt: zwei Drittel.“ Zudem fordert der Medienminister ein „monatliches Monitoring über die Einsparungen statt wie bisher nur vierteljährliche Kontrollen durch den ORF-Stiftungsrat“. Und Drozda will auch „Einsparungen im Sachaufwand des ORF, etwa durch weniger Einkäufe von Sportrechten“, da der ORF nicht „alle Premium-Sportrechte alleine“ brauche. Isabelle Daniel

Plus 6,5%: Das sind die neuen Gebühren

Wien 26,04 (Monat) / 312,48 (Jahr)

Niederösterreich 26,04 (Monat) / 312,48 (Jahr)

Burgenland 23,64 (Monat) / 283,68 (Jahr)

Oberösterreich 20,94 (Monat) / 251,28 (Jahr)

Salzburg 25,64 (Monat) / 333,32 (Jahr)

Steiermark 26,34 (Monat) / 316,08 (Jahr)

Kärnten 26,04 (Monat)  / 312,48 (Jahr)

Tirol 24,41 (Monat)  / 292,92 (Jahr)

Vorarlberg 20,94 (Monat) / 251,28 (Jahr)

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