Asyl:

Landau für "gesellschaftliche Wachsamkeit"

Wiener Caritas-Direktor ruft zu "Abrüstung in der Sprache der Politik" auf

Angesichts des Brandanschlags auf ein Flüchtlingshaus in Vorarlberg und Anfeindungen gegen die Flüchtlinge in der Wiener Votivkirche hat der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau am Montag zur "gesellschaftlichen Wachsamkeit und Abrüstung in der Sprache der Politik" aufgefordert. Vorfälle wie in Vorarlberg seien "Alarmsignale" und "extrem beunruhigend", betonte Landau.

Beim Thema Flucht und Asyl gebe es viele Ängste bei den Österreichern, die es auch ernst zu nehmen gelte. Es gebe aber leider Einzelne, die mit Unwahrheiten versuchten, Ängste zu schüren und politisches Kleingeld daraus zu schlagen, kritisierte Landau. "Wer Angst und Hass sät, wird Angst und Hass ernten", gab er zu bedenken.

Vorfälle wie der Brandanschlag in Vorarlberg zeigten, dass der sprachlichen Eskalation schnell Taten folgen können. Bei seiner Forderung nach einer Abrüstung der Sprache in der Politik denke er etwa an Inserate im Zusammenhang mit der Votivkirche, die zuletzt von freiheitlicher Seite geschaltet wurden, sagte Landau auf Nachfrage.

Dass Montagabend Gebete der Solidarität mit Flüchtlingen stattfinden, wertete der Caritas-Direktor als "stilles, aber zugleich starkes und ermutigendes Zeichen der Solidarität". Es handle sich um ein Signal, dass Flucht kein Verbrechen sei. An die Flüchtlinge in der Votivkirche appellierte Landau, die Quartierangebote anzunehmen. Die Politik müsse wiederum Lösungen finden, verwies er etwa auf die Forderung nach einer Arbeitserlaubnis.



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