Lehrer-Aufstand gegen die Verträge

Gewerkschaft sauer

Lehrer-Aufstand gegen die Verträge

Die Lehrer-Gewerkschaft ist enttäuscht über die Pläne zum neuen Dienstrecht.

Riesenaufregung nach dem ÖSTERREICH-Bericht über die neuen geheimen Lehrer-Verträge. Das Angebot von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) kommt bei der Gewerkschaft gar nicht gut an. Kein Wunder: Sollen doch die Lehrer künftig deutlich länger in der Schule sein – und sich ausschließlich in den Ferien fortbilden. Sie bekommen dafür zwar anfangs mehr Gehalt, gerechnet auf die Lebensverdienstsumme sollen die Jungpädagogen allerdings verlieren.

Schmied hatte den Lehrern das 26-seitige Papier am 3. Mai zu Beginn der Verhandlungen überreicht. Jetzt setzen sich die Chefs der Lehrer-Gewerkschaft in ÖSTERREICH zur Wehr: „Ein Lehrer-Sparpaket ist mit uns nicht zu haben“, stellt Chefverhandler Paul Kimberger klar. Es gebe keine Lehrer-Gruppe, die durch das neue Dienstrecht gewinnen würde: „Im Gegenteil, wir verlieren sogar hohe Beträge“, so Kimberger. Eine Erhöhung der Arbeitszeit sei für ihn schwer vorstellbar, da Lehrer bereits an ihren Belastungsgrenzen angelangt seien.

Einigung vor dem Sommer rückt in sehr weite Ferne
Jürgen Rainer, Verhandler für die berufsbildenden Schulen, hält die Erhöhung der Unterrichtszeit sogar für einen „Anschlag auf Jungfamilien“.

Ob eine Einigung noch vor dem Sommer zustande kommt, wie Schmied fordert? Kimberger glaubt nicht daran. „Es fehlen noch wesentliche Teile, wie etwa ein Vorschlag für zusätzliches Personal“, sagt er.

Lehrer länger 
in der Schule
Das sind die wesentlichen Eck-Punkte der neuen Lehrer-Verträge.

  • Arbeitszeit: Bisher mussten die Lehrer im Schnitt 20 Stunden in den Klassen stehen, nach Ansicht von Unterrichtsministerin Claudia Schmied sollen es künftig 24 Stunden pro Woche sein.
  • Grundgehalt: Künftig soll es für alle Lehrer, unabhängig vom Schultyp, ein Einstiegsgehalt von 2.420 Euro brutto geben. Bisher steigen AHS-Lehrer bei 2.223 Euro ein, Pflichtschullehrer bei 2.025 Euro. Zusätzlich gibt es nach Arbeitsaufwand für das jeweilige Fach Zulagen. Das Anfangsgehalt bleibt 13 Jahre lang (!) unverändert. Am Ende der Dienstzeit bringt das neue Schema ein Minus von 170 Euro für Pflichtlehrer und minus 810 Euro für AHS-Lehrer. Die Lebensverdienstsumme soll sinken – das kann bis zu 400.000 € ausmachen.
  • Fortbildung: Die Fortbildung darf nicht mehr während der Unterrichtszeit erfolgen, nur mehr in den Ferien.

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