Pädagogen schäumen

Lehrer-Aufstand gegen Schmied

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© Niesner

Ein wilder Streit um 120 Millionen Euro gefährdet jetzt das neue Lehrer-Dienstrecht von Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ).

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Die ÖVP tobt. Und die Lehrer-Gewerkschaft droht damit, bereits getroffene Vereinbarungen wieder platzen zu lassen: Bildungsministerin Claudia Schmied konnte überraschend die eigentlich eingefrorenen Schulmieten für 2009 zahlen, wie am Rande der SPÖ-Klausur in Band Tatzmannsdorf bekannt wurde. 120 Mio. Euro flossen vom Bildungsbudget zur Bundesimmobilien-Gesellschaft.

Zu Jahresbeginn 2009 hatte die Ministerin mit den Lehrern über Einsparungen gestritten. Statt zwei Stunden mehr Unterricht gab’s schließlich Stundung der Schulmieten für zwei Jahre. Ersparnis pro Jahr: 120 Mio. Euro. Den Lehrern wurde zudem ein 188-Mio.-Euro- Spar-Paket aufgebrummt. Jetzt rütteln die Lehrer an der Einigung. Denn sie sehen nicht ein, warum man Pädagogen Daumenschrauben ansetzte, die gar nicht nötig waren. AHS-Standesvertreterin Eva Scholik droht damit, den getroffenen Pakt mit dem Bildungsressort platzen zu lassen. „Wenn die Hälfte des Geldes locker eingespart werden kann, kommt man sich einfach gefoppt vor“, so Scholik. VP-Vizekanzler Josef Pröll stellte Schmieds Kompetenzen infrage.

Schmied: Nicht noch einmal
Der Wirbel gefährdet Schmieds neues Lehrer-Dienstrecht. Denn dafür muss sie auch die ÖVP ins Boot holen. Schmied geht deshalb auf die Gewerkschaft zu. Sie wolle „nicht noch einmal eine Situation wie 2009 erleben“, sagt sie in ÖSTERREICH.

Tatsächlich haben die Verhandlungen genug Konfliktpotenzial: Schmied plant für Junglehrer höhere Einstiegsgehälter, dafür aber eine flachere Gehaltskurve. Erhöht werden soll die Lehrverpflichtung. Schmied wünscht sich, dass die Trennung von Vorbereitungs- und Unterrichtszeit nicht mehr so strikt ist. Heißt: Pädagogen haben künftig einen Fulltime-Job in der Schule.

So sieht der Fahrplan aus:

  • Von Februar bis Oktober soll es Auftakt-Veranstaltungen mit allen Interessengruppen geben.
  • Im November und Dezember sollen die Ergebnisse der Diskussionen bewertet werden.
  • Der politische Entscheidungsprozess startet dann ab 2011. Bis zum Ende der Legislaturperiode wünscht sich Schmied den Start der ersten Lehrer-Ausbildungstranche nach neuem Muster. Ab 2013 beginnt eine größere Welle an Pensionierungen.
  • Parallel dazu tourt Schmied ab Februar durch die Bundesländer, um den direkten Draht zur Lehrerschaft zu knüpfen

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