Eröffnung

Polizeizentrum öffnet im Hitler-Geburtshaus

Ein Mann hält eine Rede vor einer Polizei­station mit österreichischen Fahnen im Innenhof eines Gebäudes.
© EPA
In Braunau in Oberösterreich arbeitet ab heute eine neue Polizei-Inspektion. Die Umgestaltung soll dem ehemaligen Hitler-Haus den Wiedererkennungswert nehmen und Anziehungskraft auf "braune" Wallfahrer brechen.
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Das Hitler-Geburtshaus in Braunau ist seit Mittwoch offiziell ein Polizeizentrum. Nach jahrelangem Ringen um eine adäquate Nutzung wurde das Gebäude, das in rechtsextremen Kreisen als Wallfahrtsort gilt, umgebaut - äußerlich verändert und innerlich modernisiert. In den vergangenen Wochen hat die Exekutive das Gebäude nach und nach bezogen, Mittwochvormittag ist das Zentrum von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) feierlich eröffnet worden.

"Heutige Polizei ist das genaue Gegenteil"

"Die heutige Polizei ist das genaue Gegenteil der Symbolik, die diesem Ort anhaftet. Sie steht für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, für Freiheit und Menschenwürde, und deren kompromisslose Verteidigung gegen alle, die sie bedrohen - gegen jeden Extremismus und Totalitarismus", meinte der Minister bei der feierlichen Eröffnung. An ihr nahmen neben Oberösterreichs Landespolizeidirektor Andreas Pils u.a. auch Landeshauptmann Thomas Stelzer und Braunaus Bürgermeister Johannes Waidbacher (beide ÖVP) teil.

Blick in eine moderne Gefängniszelle mit Metallgittertür, Waschbecken und Toilette.
© APA/AFP/KERSTIN JOENSSON

45 Beamtinnen und Beamten

Zahlreiche Menschen versammeln sich zur Eröffnung des Polizeizentrums vor einem renovierten Gebäude.
Eröffnung des Polizeizentrums. © APA/MANFRED FESL

In dem Haus untergebracht ist eine Polizeiinspektion mit rund 45 Beamtinnen und Beamten sowie das Bezirkspolizeikommando mit vier Personen. Letzteres koordiniert u.a. das Personal und die Streifendienste. Inhaltlich ist der Suchtgiftbereich ein Schwerpunkt der Braunauer Ermittler, wie Bezirkspolizeikommandant Stefan Haslberger sagt, denn wegen der Grenznähe zu Deutschland liege man an einer Drogenroute.

Der Umbau und die Umwandlung in einen Stützpunkt der Exekutive erfolgte nicht zuletzt auf Anraten einer Expertenkommission, die ausdrücklich "eine sozial-karitative oder behördlich-administrative Nutzung" empfahl, weil ein Museum auch Rechtsextreme anziehen könnte und ein Abriss ein Ausradieren der Geschichte wäre. Denn das Haus war immer wieder Anziehungspunkt für Rechtsextreme und Hitler-Verehrer aus aller Welt. Um einen Reliquienkult zu unterbinden, wurde der Bauschutt an einem geheimen Ort entsorgt.

Kleine, schlichte Gefängniszelle mit Metalltoilette und Pritsche mit Matratze und Kissen.
© EPA

Der Denkmalschutz musste beim Umbau nicht beachtet werden, damit man dem Gebäude den Wiedererkennungswert nehmen und es an die künftigen Anforderungen anpassen konnte - so wurden etwa eine Tiefgarage und ein Schulungsbereich dazugebaut. Das Architekturbüro Marte Marte Architekten Feldkirch hat sich bei der äußeren Gestaltung daran orientiert, wie das Haus im 18. Jahrhundert ausgesehen haben dürfte und die ursprüngliche Inn-Salzach-Bauweise erhalten.

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