Karl Wendl Porträt

Meinungen

Raketen auf Atomreaktor: Das ist denkbar

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Außenpolitikchef Karl Wendl. 

Endstation Irrsinn. Der tödliche Zwischenfall mit einer S-300-Rakete in Polen zeigt, wohin der verbrecherische Angriffs-Krieg Putins in der Ukraine noch führen könnte. Der Einschlag des fehl­geleiteten ukrainischen Luftabwehr-Geschosses tötete in der kleinen polnischen Grenzortschaft zwei Landwirte, die mit ihren Traktor unterwegs waren. Eine Tragödie. Der Vorfall hätte jedoch weit schlimmer ausfallen können: Er rückte uns noch näher an die völlige ­Katastrophe.

Passagierflieger wurde vom Himmel geholt

Irrtum. Russland setzt für seine Angriffe auf die Ukraine S-300-Systeme ein, die eigentlich zur Flugabwehr konstruiert wurden. Sie sind noch massenhaft in russischen und ukrainischen Magazinen vorhanden. Mit einer Rakete dieser Bauart wurde 2014 auch der Linienflug von Amsterdam nach Kuala Lumpur vom Himmel geholt, 313 Insassen starben. Abgefeuert wurde die Rakete von russischen Separatisten.

130 dieser Raketen hagelte es allein Dienstag auf ukrainische Städte. Was passiert, wenn nur eines dieser Geschosse auf einem der Atomreaktoren landet? Die Folgen sind einfach nicht mehr beschreibbar – weder für die Ukraine noch für uns alle.