Das sagt Österreich

Social-Media-Verbot: Vorpreschen ist gut - ein bisserl Nachdenken wäre besser

Die Regierung hat länger über Latein gestritten als über das Social-Media-Verbot. Es hätte umgekehrt sein sollen.

Jetzt ist es also da, das Social-Media-Verbot für Junge unter 14. Oder besser: Es ist noch nicht da, am Freitag verkündete die Regierung zwar eine politische Einigung - die lässt aber mehr Fragen offen als sie Antworten bietet. So ist unklar, wann das Ganze in Kraft tritt, welche Plattformen eigentlich betroffen sind - und wie das Alter überhaupt kontrolliert werden soll. Fazit: Das Anliegen ist gut und wichtig - an der Umsetzung hapert es allerdings noch. Dazu kommt, dass die EU ja ebenfalls ein Verbot plant, aber die Ampel wollte eben Handlungswillen demonstrieren.

Untergang des Abendlandes

Doch das eigentliche Verbot war in den Verhandlungen nicht  das schwierigste Thema - das war die Kürzung des Lateinunterrichts. Der kecke pinke Bildungsminister Wiederkehr wollte ja von 12 Stunden Latein in der Oberstufe vier Stunden kürzen und für das neue Fach Medienkompetenz und KI umleiten, doch die  ÖVP-dominierte Lehrerschaft wittert wieder einmal den Untergang des Abendlandes samt des gesamten Bildungsbürgertums. Vielleicht hätte man mit dem Aufwand, mit dem hier ein halbherziger Kompromiss geschnürt wurde, besser eine praktikable und vor allem fertige Social-Media-Lösung für unsere Jugendlichen basteln können. Dann wäre es ein richtiger Erfolg für die Ampel geworden.

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