Gerald Grosz

Meinungen

Untragbare Divergenz

Ein Kommentar von Gerald Grosz.

Ich mache keinen Unterschied und es gibt auch keine moralische Abgrenzung zwischen jenen, die die Seelen der unschuldigen Kinder ermorden, weil sie sie grausam schänden, und jenen, die die Abbildungen dieser Abscheulichkeit konsumieren. Das eine bedingt eben das andere. Kinder sind das kostbarste Geschenk unserer Gesellschaft. Sie sind vertrauensvoll, ihre Zuneigung ist echt. Und diese Unschuld wird durch perverse Monster innerhalb unserer Gesellschaft ausgenutzt. Dass der Konsum der Darstellung sexueller Gewalt in Österreich mit Bagatellstrafen gesühnt wird, während jeder Steuerdieb gleich zehn Jahre hinter Gitter marschiert, zeigt eben, dass es eine untragbare Divergenz zwischen Delikten gegen Leib und Leben und Finanzdelikten gibt. Auch dem Rechtsstaat ist das Geld eben wichtiger als die körperliche Integrität seiner Staatsbürger, seiner Kinder. Daher braucht es höhere Strafen als Abschreckung, als Sühne und vor allem zum Schutz potenzieller Opfer. Wer sich an Kindern vergeht, hat in der Gesellschaft keinen Platz mehr. Das gilt auch für gefeierte Burgschauspieler. Niemand steht über der Moral und dem Gesetz.