Inkl. "30-Stunden-Woche"

Mitterlehner unterschreibt Frauenvolksbegehren

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„Seine drei Frauen“ forderten den Ex-Vizekanzler auf, das Begehren zu unterzeichnen.

Dass Reinhold Mitterlehner (VP) „Don’t smoke“ unterstützt, leuchtet ein, stammt das gekippte Rauchverbot doch von ihm. Schon überraschender ist es, dass er auch für das Frauenbegehren unterschreibt – trotz Forderungen wie 30-Stunden-Woche: „Ich habe drei Frauen, die mich dazu aufgefordert haben“, sagt er zu ÖSTERREICH. Gemeint sind seine Gattin und die zwei Töchter.

 

Zudem trat der Ex-Vizekanzler am Freitag auch erstmals nach seinem Rücktritt an die Öffentlichkeit. In einer Pressekonferenz der Initiative "Ausbildung statt Abschiebung" kritisierte er die Rücknahme des Zugangs von Asylwerbern zur Lehre durch die Regierung. Grünen-Landesrat Rudi Anschober bekräftigte dabei, seine Initiative weiter ausbauen zu wollen.

Kein parteipolitisches, sondern ein rein sachliches Anliegen ist es, welches Mitterlehner laut eigener Aussage zu seinem Auftritt bewegt hat, denn: "Ich glaube, die Materie zu kennen." In der Debatte um Asyl in Lehre müsse sich vor allem die Argumentation ändern, denn derzeit gebe es mehr offene Lehrstellen als Interessenten. "Das Argument, da nimmt jemand dem anderen etwas weg, stimmt einfach nicht", so Mitterlehner.
 

Kritik an seiner Nachfolgerin

Enttäuscht zeigte sich er einstige Vizekanzler vor allem vom Verlauf der Debatte, etwa die letztlich gebrochene Zusage von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP), Asylwerber, die sich schon in einer Lehre befinden, würden bis zu deren Abschluss nicht abgeschoben. "Eine Zusage in der Politik muss auch die entsprechenden Konsequenzen haben", kommentierte Mitterlehner dies, ohne seine Nachfolgerin beim Namen zu nennen.

Der ehemalige ÖVP-Chef sorgt sich aber auch um die Meinungsfreiheit in Österreich, etwa wegen einer harschen Reaktion der FPÖ auf Kritik von IV-Präsident Georg Kapsch. "Meine Damen und Herren, wo sind wir?", zeigte sich Mitterlehner schockiert. In der Arbeits- und Migrations-Debatte setzt er aber immer noch Hoffnung in einzelne Vertreter seiner Partei, denn: "Die ÖVP ist auch nicht unbedingt ein monolithischer Block."
 

"Ausbildung statt Abschiebung"

Anschober wiederum demonstrierte Durchhaltewillen. "Wir wollen 'Ausbildung statt Abschiebung' massiv weiter ausbauen", kündigte er weitere Schritte an, als neue Mitstreiter habe man den SPÖ-Abgeordneten und Gewerkschafter Josef Muchitsch sowie Schauspieler Harald Krassnitzer gewonnen. Auch in weiteren Bundesländern neben Oberösterreich formierten sich mittlerweile ähnliche Initiativen. Ziel bleibe weiterhin, Abschiebungen von Lehrlingen zu verhindern.

Rückendeckung erhielt Anschober nicht nur von Mitterlehner, auch die Integrationshaus-Vorsitzende Katharina Stemberger, die Regisseurin Sabine Derflinger und der ehemalige ÖVP-Generalsekretär und Flüchtlingskoordinator Ferry Maier waren am Podium vertreten. Letzterer stellte die Vermutung an, ob die Regierung womöglich in der "Geißelhaft" von Innenminister Herbet Kickl (FPÖ) sitze.



 

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