Monika R.

Skandal

Monika R.:Sie verzockte 340 Millionen Euro

Sie zockte mit fast 1,8 Mrd Euro an Landesgeld und kassierte eine Traumgage.

In Finanzkreisen war sie seit Jahren in ganz Österreich bekannt, doch niemand kennt Monika R. (41) wirklich. Kein Wunder: Jene Beamtin, die mit fast 1,8 Milliarden Euro „spielen“ durfte und dabei 340 Millionen Euro an Steuergeld verzockte, lebt völlig zurückgezogen, „eine graue Maus“, sagen Ex-Kollegen. Ihre ganze Liebe gilt ihren Tieren, ihrer Arbeit.

Die diplomierte Juristin hat sich selbst zur Finanzexpertin weitergebildet, war 18 Monate in der Budgetsektion der EU in Brüssel tätig, verbiss sich in ­Finanzstudien und erhielt nur Topbewertungen.

Bauerntochter. Die Beamtin stammt von einem 75 Hektar großen Bauernhof im Innviertel. Der Hof, den ihre Mama betreibt, war der einzige Urlaubsort für die unscheinbare Singlefrau. Ihre größte Freude sind ausgedehnte Spaziergänge mit ihrem Hund.

Sie spekulierte mit gigantischen Summen
Unpolitisch. In ihrer Heimatgemeinde ist ihr Bruder ÖVP-Gemeinderat. Monika R. gilt hingegen als „Frau mit Blutgruppe Null“: „Sie ist nicht politisch tätig und auch nicht politisch interessiert“, beschreibt sie ein langjähriger Arbeitskollege.

Katze & Gummibaum
Die Finanzchefin spekulierte mit Beträgen, die sich normale Bürger kaum vorstellen können, lebt aber völlig bescheiden mit einem Hund und einer Katze am Rande eines Gewerbegebiets neben dem Salzburger Flughafen.

Top-Vertrag
Dabei zählte sie bis zu ihrer Entlassung in dieser Woche zu den Topverdienern des Landes. 2005 wollte eine Bank Monika R. abwerben. Ihre Tätigkeit war der Regierung aber so wichtig, dass sie ihr einen Sondervertrag gab, der mit einer fünfstelligen Summe im Monat dotiert gewesen sein soll.

So funktionierte das Millionen-Roulette

Das Millionenspiel der Beamtin. Chronologie eines unfassbaren Finanzskandals.
Salzburg. 2001 beschloss Salzburg, Steuergeld am Kapitalmarkt anzulegen. Betraut wurde damit Juristin Monikas R.

  • Vollmacht
    Bereits 2003 erhielt sie die Vollmacht für risikoreiche Derivat­geschäfte. Einzige Auflage: die Unterschrift eines zweiten Beamten. R. wählte einen Untergebenen.
  • Island-Absturz
    2006 kaufte R. isländische Staatsaktien, ein vermeintliches Supergeschäft. Doch Island kollabierte. Erstmals fuhr die Salzburgerin schwerste Verluste ein.
  • Vertuschen
    Um den Absturz wettzumachen, ging sie neue Risikogeschäfte ein. Buchverluste manipulierte sie, Unterschriften wurden gefälscht. Sie griff sogar auf den mit 460 Mio. dotierten Rentenfonds des Landes zurück.
  • Kein Urlaub
    Jahrlang nahm R. keinen Urlaub – aus Angst, sie könnte auffliegen. Selbst der Rechnungshof lobte ihr „Management“. Im Sommer platzte wieder ein Geschäft. Ihr Mitarbeiter spielte nicht mehr mit, meldete den Vorfall.

Jetzt flog die Affäre auf. Es gilt die Unschuldsvermutung. (wek)

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