Nach Rücktritt

Schüssel kassiert 15.600 Euro Pension

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Schüssel kassiert 15.600 Euro Pension
© Bruna, Schüssel bei der Pressekonferenz: Hier gibt er seinen Rücktritt bekannt.
Außerdem bekommt der Ex-Kanzler 200.000 Euro für seinen Atom-Job.
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Eigentlich ist Wolfgang Schüssel ja längst in Pension. Genauer: in Frühpension. Seit 1. November 2008 (da war Schüssel 64) bezieht er seine Kanzlerpension von 14-mal 11.105 Euro brutto im Jahr.

Doch richtig gut geht es dem ÖVP-Spitzenmann (er verantwortet den Telekom-Skandal politisch) erst jetzt. Er scheidet aus seiner letzten Funktion als Nationalrat aus – und kann sich über eine Luxuspension freuen. Denn: Nach seinem Ausstieg erhält der Ex-Kanzler nun nämlich auch noch eine Pension für seine Zeit als Abgeordneter, so der Grüne Karl Öllinger. Es gibt zwar eine „Deckelung“ für Mehrfachbezüge – weil Schüssel aber ins alte Bezügegesetz fällt, streift er gesamt rund 15.600 Euro ein, wie ÖSTERREICH aus der Parlamentsdirektion erfuhr. Macht satte 218.400 Euro im Jahr.

„Setze mich bei RWE für erneuerbare Energie ein“
Aber das ist nicht alles: Denn „on top“ kommt noch Schüssels Job als Aufsichtsrat beim deutschen Energiekonzern RWE. Für den „Atom-Job“ bekam er 2010 rund 98.000 Euro. Die Summe wird sich in diesem Jahr wesentlich erhöhen, weil Schüssel seinen Job erst am 22. April 2010 angetreten hatte. 2011 bekommt er für ein volles Jahr bezahlt – je nach Konzerngewinn und Funktion bis zu 200.000 Euro im Jahr.
Obwohl RWE in Deutschland fünf Atomkraftwerke betreibt, will Schüssel den Job weiter ausüben. „Der Atomstromanteil bei RWE liegt mit 26 Prozent unterm Schnitt. Ich setze mich dort für Investitionen in erneuerbare Energie ein“, so Schüssel trotzig am Montag, als er seinen Rücktritt bekannt gab.

Zusätzlich Anspruch auf Angestellten-Pension
Zu guter Letzt hat Schüssel noch Anspruch auf eine ganz normale ASVG-Rente aus seiner Zeit als Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes seit 1975. Insider schätzen diese Pension auf rund 1.800 Euro, mal 14 macht das 25.200 Euro im Jahr.

Insgesamt kassiert Schüssel somit 341.600 Euro im Jahr – oder umgerechnet 28.500 Euro pro Monat.

Schüssels Rücktritt in Bildern


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Hier tritt Schüssel zurück

Hier tritt Schüssel zurück

© APA/ROBERT JAEGER

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© APA/ROBERT JAEGER

Hier tritt Schüssel zurück

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© TZ ÖSTERREICH / BRUNA

So reagieren die Parteien


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Michael Spindelegger, ÖVP

Michael Spindelegger, ÖVPTiefen Respekt" zollt ÖVP-Bundesparteiobmann Vizekanzler Michael Spindelegger Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel für seine Entscheidung, sein Nationalratsmandat zurückzulegen. "Ich respektiere den konsequenten Schritt von Wolfgang Schüssel. Die ÖVP und Österreich sind ihm zu großem Dank verpflichtet, haben doch viele jener Reformen, die Wolfgang Schüssel - teils gegen heftige Widerstände - mutig durchsetzte, Österreich nachhaltig modernisiert und wettbewerbsfähiger gemacht. Essentielle Reformen, die unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel durchgeführt und eingeleitet wurden, haben auch entscheidend dazu beigetragen, uns jenen Spielraum zu geben, den wir brauchten, um die gegenwärtige Krise zu meistern", so Spindelegger, und abschließend: "Reformen durchzusetzen, das benötigt einiges an Mut. Mut, den uns Wolfgang Schüssel vorgelebt hat".

© APA/ Pfarrhofer

Günther Kräuter, SPÖ

Günther Kräuter, SPÖDie SPÖ rechnet damit, Wolfgang Schüssel nach seinem Abgang aus der Politik als Zeuge in einem Untersuchungsausschuss zur Ära Schüssel/Grasser wieder zu treffen. Das erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter am Montag in einer Aussendung. "Eine endgültige Beurteilung der persönlichen Integrität Schüssel wird maßgeblich von den Erkenntnissen der Untersuchung der politischen Verantwortung für die Skandale von Eurofighter über BUWOG bis Telekom abhängen", so Kräuter.

© APA/ Fohringer

Eva Glawischnig, Grüne

Eva Glawischnig, GrüneAus Sicht der Grünen ist das angekündigte Zurücklegen des Mandates durch Wolfgang Schüssel ein "längst überfälliger, aber nur erster Schritt". Bundessprecherin Eva Glawischnig erklärte am Montag: "Die politische Verantwortung unter schwarz-blau kann er nicht ablegen. Vorwürfe insbesondere gegen Karl-Heinz Grasser (Ex-Finanzminister, Anm.) gab es ja schon sehr früh und hier hat er über Jahre hinweg weg geschaut." Wichtig sei nun, dass die ÖVP ihre "Blockadehaltung" aufgebe und eine schonungslose Aufklärung ermögliche, so die Grünen-Chefin.

© APA/ Neubauer

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