Strukturgesetz
ÖBB-Reform wird reformiert
Die neue Organisation der Unternehmensstruktur soll die ÖBB schlanker und billiger machen. Rund 24 Mio. Euro an Einsparungen erhofft man sich davon. Der Rechnungshof glaubt aber nicht daran.
Das neue Eisenbahnstrukturgesetz soll am Dienstag durch den Ministerrat gehen. Der Gesetzesentwurf sieht vor allem eine Zusammenlegung der beiden Infrastrukturgesellschaften "Bau" und Betrieb" in eine einzelne Gesellschaft vor, um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden. Er stößt aber weiter auf Kritik, nicht zuletzt vom Rechnungshof, der in seiner Begutachtung kaum ein gutes Haar an der Reform der ÖBB-Reform lässt.
RH: Könnte noch teurer werden
Die geplante Gesetzesänderung
gefährdet laut RH nicht nur die "bisher erlangte Transparenz der
Mittelverwendung", sondern könnte sogar zu einer Ausweitung der
Verpflichtung des Bundes führen. Durch die "beabsichtigte Gründung
von zwei Tochtergesellschaften für Bauangelegenheiten und die im Bereich der
Infrastruktur vorgesehene Trennung in zwei Zuschussverträge" komme
es zu einer "bloßen Verlagerung, aber keiner Lösung" der
bisher zwischen den beiden Gesellschaften bestandenen
Schnittstellenproblematik", so der Rechnungshof. In den Erläuterungen
sieht er jedenfalls keine konkreten Gründe angeführt, "welche
die beabsichtigten Änderungen der Konzernstruktur zwingend erforderlich
erscheinen lassen".
Bures: Schlanker und sparsamer
Anders sieht das
SPÖ-Verkehrsministerin Doris Bures: Die Novelle werde den Rahmen für eine
schlankere, flexiblere ÖBB-Struktur schaffen und dem Unternehmen die
Möglichkeit geben, effizienter und sparsamer zu arbeiten. Die aktuelle
Struktur verschlinge "jeden Monat zwei Mio. Euro".
AR: Betrieb wird billiger
Auch Aufsichtsratschef Horst
Pöchhacker drängt weiter auf die Änderung, weil damit ein billigerer Betrieb
gewährleistet werde, "was ja an sich die Sorge des Rechnungshofs
sein müsste". Seit der Reform von 2003 gebe es einen permanenten
Schaden und mehr Langsam-Fahrstellen. Pöchhacker sieht auch keine Gefahr der
Intransparenz: Der Nachvollziehbarkeit der Geldflüsse werde sicher Sorge
getragen, das sei eine "Selbstverständlichkeit".
Beamte + Pensionen weiter offen
Besonders kritisch sieht der
Rechnungshof, dass die Probleme mit dem ÖBB-Dienst- und Pensionsrecht in der
geplanten Gesetzesnovelle überhaupt nicht thematisiert werden. Die Prüfer
hatten in ihrem Bericht 2007 auf drohende Mehrleistungen des Bundes von 1,2
Mrd. Euro aus Pensionsleistungen hingewiesen und Empfehlungen zu
Verbesserung gemacht.
Am Dienstag tagt auch der Aufsichtsrat der ÖBB. Die Ausweitung des Sparprogramms von derzeit 100 auf 200 Mio. Euro wird dabei aber kein Thema sein. Das Auswahlverfahren für einen Berater, der dafür beigezogen wird, benötigt noch Zeit.
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