Im Nationalrat wurde am Donnerstag verbal scharf geschossen. Mitten im Geschehen: Helmut Brandstätter.
Für ÖVP, SPÖ, NEOS und Grüne ist die Niederlage Viktor Orbáns bei der Ungarn-Wahl auch eine Niederlage für die FPÖ. Orbán habe die unabhängige Justiz abgeschafft und Ungarn wirtschaftlich geschwächt, so der Tenor in der "Aktuellen Europastunde" des Nationalrats am Donnerstag. Gleichzeitig warfen sie FPÖ-Obmann Herbert Kickl wiederholt seine 2023 gefallene Aussage "Machen wir"s dem Orbán nach" vor. In der FPÖ fand man diese Interpretation peinlich und lobte Orbáns Asylpolitik.
FPÖ-Fürst lobte Orbán über den Klee
Der Versuch, die Ungarn-Wahl als Niederlage für rechte Parteien "und auch für uns", umzumünzen, sei peinlich, erwiderte FPÖ-Abgeordnete Susanne Fürst. Sie lobte Orbáns Politik - etwa ein Schließen der Grenzen aufgrund der großen Flüchtlingsbewegung 2015 ("das war proeuropäisch") sowie seine Haltung gegen "woke Ideologie", Zentralismus aus Brüssel und "Kriegstreiberei".
Brandstätter vergleicht Orbán mit "Don Corleone"
Das wollte NEOS-EU-Mandatar Helmut Brandstätter nicht so stehen lassen: Orbáns Familie habe "im Sinne von Don Corleone alles bekommen." Er unterstellte dem scheidenden Ministerpräsidenten zudem "Unterwürfigkeit" gegenüber Russland.
"Halten Sie den Mund"
Die Folge waren wütende Zwischenrufe der Blauen - was Brandstätter sichtlich aus dem Konzept brachte. "Hören Sie zu, dann können Sie noch etwas lernen", sagte er in Richtung der FPÖ-Fraktion. Dann wandte er sich an Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ). "Können Sie denen sagen, dass sie den Mund halten sollen?", bat Brandstätter. Rosenkranz reagierte nicht, obwohl die FPÖler immer lauter wurden. Da verlor Brandstätter die Nerven: "Halten Sie den Mund!", rief er in Richtung FPÖ.