FPÖ-Landtagsabgeordneter Mario Jaksch übt scharfe Kritik an fehlenden Zahlen zu den philippinischen Pflegekräften. Die Landesregierung hält dagegen.
Ende 2022 wurden die Soziale Dienste Burgenland mit der Rekrutierung von Pflegefachkräften für den Gesundheits- und Pflegebereich aus dem In- und Ausland beauftragt. Für die Abwicklung wurden insgesamt 1.794.800 Euro zur Verfügung gestellt.
Insgesamt 50 philippinische Pflegekräfte wurden im Rahmen des Programms rekrutiert. Das Problem: Aktuelle Zahlen - wie viele etwa noch in Beschäftigungsverhältnissen sind - gibt es nicht. "Fast zwei Millionen Euro Steuergeld wurden im Rahmen des Manila-Experiments des Systems Doskozil verbrannt. Und heute weiß offenbar niemand mehr, wo sich ein Teil der angeworbenen Pflegekräfte überhaupt befindet", so der FPÖ-Landtagsabgeordnete Mario Jaksch, der scharfe Kritik an Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landesrat Leonhard Schneemann (beide SPÖ) übt.
Mario Jaksch.
43 von 50 standen in einem Anstellungsverhältnis
Auf oe24-Anfrage heißt es dazu aus Schneemanns Büro, dass von den 50 Pflegekräften 43 ihre Ausbildung bzw. Nostrifikation erfolgreich abgeschlossen hätten. Anschließend wurden diese an unterschiedliche Träger vermittelt und standen damit in einem Anstellungsverhältnis. "Weder das Land noch die SDB erhalten Rückmeldungen über laufende Beschäftigungsverhältnisse bei anderen Trägern. Daher liegen keine aktuellen Informationen über den derzeitigen Beschäftigungsstatus der vermittelten Pflegekräfte vor – so wie das grundsätzlich auch bei anderen Pflegekräften nicht der Fall ist", so das Büro des Landesrats.
Die sieben Pflegekräfte, die die Nostrifikation aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse nicht abschließen konnten und in ihre Heimat zurückgekehrt sind, mussten übrigens - wie vertraglich vereinbart - die Ausbildungskosten zurückzahlen.
Und: "Klar ist aber auch: Während andere nur Probleme beschreiben, handelt das Burgenland. Wir setzen gezielt Pilotprojekte um, um zusätzliche Pflegekräfte für das Pflege- und Gesundheitssystem zu gewinnen und neue Wege in der Pflege zu gehen".