Die amtierende Ampel-Koalition bleibt tief in der Umfrage-Krise - auch wenn die oppositionelle FPÖ zu Jahresbeginn leicht verliert.
Das neue Jahr beginnt so, wie das alte geendet ist. Zwar erleidet die Umfragestaatsmeisterin FPÖ zu Beginn des Jahres 2026 einen Mini-Schwächeanfall - die Ampel aus ÖVP, SPÖ und NEOS bleibt aber in der aktuellen Umfrage (30. 12. 2025 bis 5. 1. 2026, max Schwankung 2.2 %) der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 im Keller. Überraschung: Die KPÖ+ könnte es ins Parlament schaffen.
Wäre am Sonntag eine Nationalratswahl - die FPÖ würde sie weiterhin klar gewinnen, wenngleich auch nicht so klar wie zu Jahresende - denn seitdem verlor die Partei von FPÖ-Chef Herbert Kickl zwei Prozentpunkte, 36 % wäre trotzdem überlegen Platz 1, die FPÖ hätte dann auch eine Sperrminorität für alle Verfassungsgesetze. Ein mächtiger Hebel, auch wenn man nicht in der Regierung ist.
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Der Grund für die FPÖ-Stärke ist weiterhin die schwächelnde Ampel: Gut, die ÖVP - sie stellt mit Christian Stocker immerhin den Bundeskanzler - kann diesmal auf 19 % zulegen. Das ist aber immer noch 7 Punkte schlechter als bei der letzten Wahl. Und die SPÖ von Andreas Babler kommt überhaupt nur auf 18 % (-1). Die einstigen Großparteien sind zusammen mit 37 % kaum stärker als die FPÖ alleine. Nur die NEOS halten mit aktuell 9 % wenigstens ihr Wahlergebnis. Insgesamt gewinnt die Ampel zwar ein Prozentpünktchen dazu, von einer Mehrheit ist die aber weit entfernt. ÖVP, SPÖ und NEOS kämen derzeit auf 87 Mandate, zum Regieren sind aber mindestens 92 nötig.
53 % mit der Ampel unzufrieden
Logischerweise steigt auch die Unzufriedenheit mit der Ampel: 53 % sind aktuell sehr bzw. eher unzufrieden, 2 Prozentpunkte mehr als noch zu Ende des Jahres 2025. Nur 21 % bewerten die Arbeit der Regierung als mehr oder weniger positiv, gar nur 3 (!) % als "sehr gut".
Doch zurück zur Sonntagsfrage: Hier gibt es eine weitere Überraschung: Die Grünen verlieren einen Prozentpunkt an die KPÖ+, die mit 4 % Chancen auf den Einzug in den Nationalrat hätte - übrigens erstmals seit 1959. Österreich hätte damit ein 6-Parteien-Parlament.