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Parteien

Vor entscheidendem Parteitag: Wo die Latte für Babler liegt

Am Samstag stellt sich Andreas Babler den Delegierten des SPÖ-Parteitags. Und dieses Wahlergebnis muss er erreichen.

Am Samstag ist Lostag für das politische Schicksal von Andreas Babler. Dass der Vizekanzler mit linkslinkem Image den Parteitag überleben und (als einziger Kandidat) erneut zum SPÖ-Vorsitzenden gewählt wird, gilt als sicher - Babler wird also auch am Montag noch Zutritt zu seinem Büro in der Wiener Löwelstraße haben.

 

Und doch: Wie hoch die Zustimmung ausfällt, ist entscheidend, wie es mit Babler weitergeht. Und ob der Traiskirchner überhaupt eine Chance hat, die SPÖ in die nächste Wahl zu führen.

Denn auch nachdem Ex-Kanzler Christian Kern seine Kandidatur zurückgezogen hatte, ist die interne Kritik an Babler keinesfalls verebbt. Gleich fünf Landesparteiobleute - darunter Wiens Michael Ludwig - meiden die SPÖ-Bundesgremien, zuletzt hatte Niederösterreichs Sven Hergovich den Hut auf den Präsidiumssitz gehaut. Und Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil - immerhin Bablers Gegenkandidat im Sommer 2023 - wird am Parteitag überhaupt fehlen.

Kern und Rendi waren dann rasch weg

Die Stimmung ist also miserabel - und Babler muss aufpassen, dass das Parteitagsergebnis nicht allzu katastrophal ausfällt. Die 88,8 %, die Babler im Herbst 2023 in Graz erreichte, gelten ohnehin als nur schwer erreichbar. Doch jedes Ergebnis unter 80 % könnte das politische Ende einleiten. Dafür gibt es Vorbilder: Als Pamela Rendi Wagner 2021 mit nur 75,3 % abgestraft wurde, war ihr Schicksal besiegelt: 2023 war sie weg. Auch Christian Kern überlebte ein  Votum von 76 % im Jahr 2018 nicht lange. Ja, selbst Langzeitkanzler Werner Faymann bekam eine "gelbe Karte" bereits 2014 - zwei Jahre vor seinem Aus - von den Delegierten gezeigt. Zwei Jahre bevor er am 1. Mai ausgepfiffen und in der Folge gestürzt wurde.

80 % ist die unterste Überlebenslinie

Fazit: 80 % sind die unterste Überlebenslinie Bablers. Doch selbst wenn der "Andi" es wieder durch eine lautstarke und mitreißende Parteitagsrede schafft, einen Teil seiner Kritiker zu überzeugen, Bablers Gegner werden alles daran setzen, zu verhindern, dass bei der nächsten Nationalratswahl erneut ein Linksausleger wie Babler zur Wahl antritt...

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