Health Talk

Pfusch bei Beauty-OP: Steirerin 41 mal notoperiert

Edda Stiegler erzählt exklusiv in oe24.TV-Sendung Health Talk, wie eine verpfuschte Operation ihr fast das Leben gekostet hatte. Ungeheuerlich: Der behandelnde Arzt darf wieder arbeiten  

Wien. Es sind Erzählungen, die selbst erfahrenen Chirurgen kurzfristig sprachlos zurücklassen. Die Rede ist von der Steirerin Edda Stiegler, die im großen oe24.TV–Health Talk mit Isabelle Daniel zum ersten Mal ihre Leidensgeschichte öffentlich im TV erzählt.

2020 ließ sich die damals 51–jährige Bankangestellte und einst passionierte Reiterin bei einem Grazer plastischen Chirurgen Fett absaugen und eine „Mini–Bauchdeckenstraffung“ machen. „Keine große Sache“, habe ihr Chirurg ihr gesagt. Eine stationäre Überwachung sei nicht nötig. Bereits einen Tag nach dem „Eingriff“ könne sie wieder arbeiten. Von wegen.

Arzt vor Not–OP: »Sei nicht so wehleidig«

Trotz Schmerzen schickte er sie am Tag des Eingriffs vom niederösterreichischen Gumpoldskirchen (seiner damaligen Tagesklinik) zurück in die Steiermark. Als sie am nächsten Tag über noch größere Schmerzen klagte, erwiderte der Chirurg, sie solle „nicht so wehleidig“ sein, erzählt sie im Health Talk. Die anwesenden Ärzte im Health Talk – die plastischen Chirurgen Veith Moser und Rolf Bartsch sowie Beauty–Ärztin Eva Wegrostek – schütteln den Kopf. Da hätte man „sofort handeln müssen“, sagt Moser.

Health Talk
© oe24.TV

Dünndarm wurde 
zehn Mal perforiert

Gehandelt hat erst vier Tage später der Notarzt, den Stieglers Tochter schließlich holte. Der überwies sie sofort ins Spital. Sie war bereits septisch und musste notoperiert werden. Der Chirurg hatte ihren Dünndarm „zehn Mal perforiert“, sagen ihr später die Chirurgen, die gegen den „Schönheitschirurgen“ Strafanzeige erstatteten.

Stiegler: 320.000 Euro Schadensersatz

Insgesamt 41 (!) Mal musste Stiegler operiert werden. Monatelang lag sie auf der Intensivstation. Die Folgen – auch die Bauchdecke musste entfernt werden, um sie zu retten – bleiben ihr ein Leben lang. Genauso wie die Schmerzen.

Ihr Anwalt, Wolfgang Sieder, hat gegen den Arzt – der mittlerweile in der Bundeshauptstadt wieder ordinieren darf – zwei strafrechtliche Verurteilungen wegen fahrlässiger Körperverletzung erwirkt. Stiegler gewann mittlerweile in letzter Instanz und erhielt insgesamt 320.000 Euro Schadensersatz. Geld, auf das sie „gerne verzichtet hätte, wenn ich mir diesen Leidensweg ersparen hätte können“. 

Ärzte fordern »lebenslanges Berufsverbot«

Der Arzt, der sie lebensgefährlich verletzt hatte, sei „null schuldeinsichtig“, sagt ihr Anwalt. Er fühle sich vielmehr als „Opfer“. Und genau das sei das Problem, so jemanden wieder als Arzt arbeiten zu lassen, appelliert der Anwalt an die zuständige Ärztekammer.

Die mangelnde Einsicht bestätigt auch Veith Moser, der zwei Mal gegen diesen konkreten Arzt Gutachter in zivilrechtlichen Verfahren war. Wenn er höre, dass so jemand schon wieder als Arzt arbeiten könne, da „stellen sich mir die Haare zu Berge“. Auch Bartsch und Wegrostek sprechen sich ebenso wie Moser im Health Talk für ein „lebenslanges Berufsverbot“ für diesen uneinsichtigen Arzt aus, der Stiegler und anderen Frauen so sehr verletzt hatte.

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