Piraten-Kapitän Alexander Ofer

Zehn Jahre Sozialhilfe

"Pirat" lebt von 340 Euro im Monat

Er ist "arbeitsunfähig" - Jetzt neuer Polit-Star.

Der Wahlerfolg ist für den Piratenkapitän ein doppelter Sieg: Alexander Ofer (38) hat mit 3,8 Prozent Stimmen nicht nur den Innsbrucker Gemeinderat geentert, sondern für den gelernten Koch ist der Überraschungssieg eine neue berufliche Chance.

Sein Lebenslauf klingt wie ein Piratenmärchen: Seit zehn Jahren lebt der Tiroler von der Mindestsicherung von 540 Euro im Monat. „Nach Abzug von Telefon und anderen Fixkosten blieben mir 340 Euro im Monat“, so Ofer. Als neuer Innsbrucker Gemeinderat darf er sich über 1.659 Euro brutto freuen. Der Pirat hat seinen Schatz erobert.

Zehn Jahre Sozialhilfe
Der Grund für seine Arbeits­unfähigkeit: Als vor zehn Jahren eine Stoffwechselerkrankung im Gehirn diagnostiziert wurde, war er arbeitsunfähig. „Ab diesem Zeitpunkt war ich am Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar. Mit dem Mandat im Gemeinderat möchte ich neu durchstarten. Trotz meiner Erkrankung werde ich die Herausforderung packen“, so Ofer.

Täglich Medikamente
Jeden Tag muss der Vater ­einer 14-jährigen Tochter (Victoria-Valentina lebt bei der Mutter in München) drei Medikamente schlucken. „Das wird mein Leben lang so bleiben“, so Ofer.

Politisch hat der Ex-Sozialhilfeempfänger ehrgeizige Pläne: Die Piraten möchten ein eigenes Ressort in Innsbruck übernehmen. „Wir möchten alle Themen im Gemeinderat online stellen und die Bürger abstimmen lassen. Am liebsten wäre es mir, wenn es für diese Online-Aktivitäten ein eigenes Ressort gibt“, so Ofer. Übrigens: Ofer wurde von den Bundes-Piraten ausgeschlossenen. Nach dem Erfolg sprechen sie nun von einem „Kommunikationsfehler“.

Ofer dementiert: „Die Tiroler Piraten wollen nichts mit den Bundes-Piraten zu tun haben.“

Sensation: 22 % halten Piraten für wählbar
Die momentane Sympathiewelle für die Piraten könnte einen innenpolitischen Erdrutsch auslösen. Eine aktuelle Umfrage des Gallup-Institutes für ÖSTERREICH zeigt: 22 Prozent der Befragten halten die Piratenpartei für wählbar. 50 Prozent sagen, dass sie definitiv nicht die Piraten wählen würden. Die eigentliche Sensation liefert aber die Wahlhochrechnung des Gallup-Instituts: Die Piratenpartei würde demnach auf Anhieb mit 7 % in den Nationalrat einziehen.

Am meisten würden laut Gallup SPÖ und FPÖ verlieren, sollten die Piraten bei der Nationalratswahl antreten.

 

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