7 Fragen gelöst
Pröll freut sich über Faymanns Antworten
20 Stunden brauchte SPÖ-Chef Faymann, um die 10 Pröll-Fragen zu beantworten. Klärungsbedarf gibt noch bei Pensionen, EU und Sparzielen.
Montag, kurz nach 16 Uhr - und damit knapp 20 Stunden nach Ende des Vieraugengesprächs zur Rettung der Koalition - erhielt Josef Pröll Post: Auf eng beschriebenen sieben Seiten beantwortete der SPÖ-Chef Josef Prölls zehn Ultimatum-Fragen zur Koalition.
Attacke Häupls
Die Antwort kommt nicht zu früh, in der SPÖ
steigt der Unmut über die "Pflanzerei", wie es der Wiener
Bürgermeister Michael Häupl im ÖSTERREICH-Interview
nennt.
Der Faymann-Antwort voran gestellt ist ein einseitiger Brief an Pröll ("Sehr geehrter Herr geschäftsführender Bundesobmann, lieber Josef“). Darin verbreitet der SP-Chef Optimismus. "Die offen gebliebenen Dissenspunkte der (acht) Untergruppen sind unserer Meinung nach lösbar.“ Dann beantwortet er die einzelnen Fragen.
Steuerentlastung für Reiche deckeln
Besonders konkret wird
Faymann bei der Steuerreform – und skizziert damit die offenbar erzielte
Einigung: So sichert er Pröll zu, dass jeder Steuerzahler entlastet wird und
nicht nur jene mit Einkommen bis zu 4.000 Euro brutto/Monat.
Damit kommt Faymann der ÖVP weit entgegen: „Eine neue Regierung muss sich zu einer Reform des Steuertarifs dahingehend einigen, dass alle bisher steuerpflichtigen Einkommen spürbar entlastet werden.“ Jedoch müsse die Entlastung bei höheren Einkommen „gedeckelt“ werden, so Faymann.
Familien entlasten
Ebenfalls konkret: Faymanns Vorstellungen zur
Familie: Konkret will der SP-Chef eine „deutliche Erhöhung des
Kinderabsetzbetrags, die Einführung eines Kinderfreibetrages sowie die
steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten“.
Bekenntnis zur EU
Auch im EU-Streit setzt Faymann auf Beruhigung:
So erwähnt er den Knackpunkt EU-Volksabstimmungen nicht, stattdessen
versichert er der ÖVP: „Eine neue Regierung muss sich uneingeschränkt zum
europäischen Einigungswerk, zur Mitgliedschaft Österreichs in der EU
bekennen.“ Auf die Frage nach dem Auslöser des aktuellen Streits, der Post,
gibt sich Faymann salomonisch: Staatsnahe Betriebe sollten sich
marktwirtschaftlich entwickeln, aber die Versorgung der Bevölkerung müsse
sichergestellt sein.
Drei Knackpunkte bleiben
Faymanns Botschaft kam jedenfalls an:
Pröll zeigte sich erfreut, die Verhandlungen gehen weiter. Jedoch sind für
die ÖVP noch drei Fragen „nicht beantwortet“, wie Innenministerin Maria
Fekter am Montagabend in der ZiB2 klarmachte: die Nachhaltigkeit der
Pensionssicherung, die Möglichkeit von Volksabstimmungen über EU-Fragen
sowie der Einsparungspfad beim Budget.
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