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Coronavirus-Fall in Tirol

Quarantäne-Hotel: Kurz war drei Tage zuvor dort

Die infizierte Rezeptionistin war zu diesem Zeitpunkt aber NICHT im Hotel.

Zwei Monate nach Ausbruch in China hat das gefährliche Virus auch Österreich erreicht. Betroffen sind eine Frau und ein Mann, beide 24 Jahre alt. Das Paar stammt aus der Gegend Bergamo in der Lombardei, der besonders betroffenen Region in Italien. Am Freitag kamen die beiden mit dem Auto nach Innsbruck, wo die Frau ihren Wohnsitz hat. Am Sonntag fieberte die Frau, kurz darauf auch ihr Freund. Sie meldeten sich dann selbst in der Klinik und befinden sich seitdem in Isolation. Seit Dienstag sind beide wieder fieberfrei, es könnte sein, dass die Quarantäne am Wochenende beendet wird.

Jetzt beginnt für die Behörden die Rekon­struktion der letzten Wochen. Alle Kontaktpersonen der Infizierten müssen ausgeforscht werden, sagt Franz Katzgraber, Leiter der Sanitätsdirektion Tirol: „Sie sollen informiert werden, wie sie sich verhalten sollen.“ Erste Konsequenz: Das Hotel Europa nahe der Innenstadt, in dem die infizierte Italienerin als Rezeptionistin arbeitete, wurde auf Anordnung des Landes gesperrt.

Kanzler war drei Tage zuvor in Hotel

Besonders brisant: Bundeskanzler Sebastian Kurz und Wirtschaftsministerin  Margarete Schramböck waren vergangenen Dienstag (18. 2.) in genau diesem Hotel in Innsbruck. Die infizierte Rezeptionistin war zu diesem Zeitpunkt allerdings in Italien und somit nicht im Hotel. Sie kam erst am Freitag und somit drei Tage später wieder zurück nach Tirol. Wäre die am Coronavirus erkrankte Rezeptionistin auch drei Tage zuvor an ihrem Arbeitsplatz im Grand Hotel Europa in Innsbruck gestanden, hätte ihr der Kanzler bei seinem Besuch wohl ziemlich sicher die Hand geschüttelt.

Video zum Thema: Coronavirus: Expertin über Schutzmaßnahmen

Zwölf Kontaktpersonen unter Quarantäne

Nach dem Bekanntwerden zweier Corona-Fälle in Tirol sind noch am späten Dienstagnachmittag bzw. -abend in dem Innsbrucker Hotel, in dem die infizierte Italienerin arbeitet, insgesamt 62 Personen getestet worden. Neun davon wurden unter Quarantäne gestellt, teilte das Land am Mittwoch auf APA-Anfrage mit. Auch aus dem engen sozialen Umfeld der Erkrankten mussten drei Personen in Quarantäne.
 
"Wir haben bei allen 62 getesteten Personen Untersuchungen und zur Sicherheit auch Abstrichproben vorgenommen. Zudem wurden alle Personen registriert und befragt sowie über die notwendigen Hygiene-und Sicherheitsmaßnahmen informiert", erklärte Landessanitätsdirektor Franz Katzgraber.

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