Regierung

Nach Jubiläumsfeiern: Ampel-Koalition holt in Umfrage auf

Atempause für die Ampel? ÖVP und SPÖ können in der aktuellen oe24-Umfrage leicht zulegen - die FPÖ ist aber für die einstigen Großparteien immer noch nicht in Sichtweite.

Kann ein Jubiläum Stimmen bringen? Fast scheint's so, am vergangenen Dienstag feierte die Dreier-Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS ihren ersten Geburtstag - und prompt bekommt die Dreier-Ampel in der brandaktuellen Lazarsfeld-Umfrage für oe24 (2.000 Befragte vom 16. 2. bis 3. 3.) eine gewisse Atempause. Nur bei den NEOS steht diesmal ein Minus vor dem Ergebnis.

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© oe24

Ein Jahr voller Krisen–Gipfel, nächtlicher Verhandlungen und der ewigen Frage: “Hält das?„ Zum ersten Geburtstag gibt es für die Regierungsmannschaft zwar keine Riesentorte, aber immerhin ein kleines, süßes Lebenszeichen.

Die FPÖ thront in der "Festung"

FPÖ bleibt vorne: Fangen wir beim Elefanten im Raum an - oder besser gesagt, beim blauen Riesen. Die FPÖ steht wie eingemauert bei 36 %. Keine Bewegung, kein Wackeln. Parteichef Herbert Kickl kann sich entspannt zurücklehnen und zusehen, wie sich die Konkurrenz um die Plätze dahinter prügelt. Die von Kickl erfundene “Festung Österreich„ scheint für ein Drittel der Wähler das Maß der Dinge zu sein. Dass die Blauen trotz der Regierungsarbeit der anderen nicht verlieren, zeigt eines ganz deutlich: Die Protestwelle ist kein kurzes Plätschern, sondern ein Dauerzustand.

Kanzlerparty: Die ÖVP atmet auf

Christian Stocker und seine ÖVP dürfen sich über ein zartes Plus freuen. Mit 23 % (+1) festigen sie den zweiten Platz. Es scheint, als würde der Kurs der Mitte und die Inszenierung als Stabilitätsanker - Stichwort Stocker = Buddha – langsam wieder fruchten. In der Parteizentrale wird man diesen einen Prozentpunkt feiern wie einen Wahlsieg - mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber es verhungert zumindest nicht.

Start für rotes Comeback kurz vor dem Parteitag?

Die Überraschung der Woche ist aber die SPÖ. Die Genossen klettern auf 18 % (+2). Das ist zwar immer noch weit weg von alten Ansprüchen, aber es ist das deutlichste Lebenszeichen seit Langem. Ob die Themen Teuerung und Wohnen endlich verfangen oder ob die internen Grabenkämpfe einfach nur mal kurz Pause machen, wird die nächste Zeit und vor allem der Parteitag am kommenden Samstag zeigen. Zuletzt war die Partei von Andreas Babler auf ein historisches Tief von 16 % abgerutscht, jetzt gibt es wenigstens ein kleines Plus.

Durchwachsen schaut es hingegen bei den NEOS aus. Die Pinken rutschen auf 8 % (-1) ab. In einer Zeit, in der die großen Blöcke wieder lauter werden, drohen die Liberalen ein wenig im medialen Rauschen unterzugehen. Die Grünen halten ihre 10 % (0). Das ist die berühmte “eiserne Reserve„. Die Stammwählerschaft bleibt treu, egal wie viel Gegenwind in Sachen Klimaschutz oder Migration weht.

Ampel hat wieder eine Mehrheit

Die Erholung der beiden größeren Ampelparteien würde diesen im Fall einer Neuwahl wenigstens wieder eine Mehrheit bescheren: Zusammen kämen ÖVP, SPÖ und NEOS auf 94 Mandate, was zum Regieren genug wäre.

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