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Statistik: Weniger Asylwerber - auch viele Syrer kehren jetzt zurück

Im Jahr 2025 sind in Österreich 16.284 Asyl-Anträge gestellt worden. Das sind deutlich weniger als die 25.360 im Jahr davor bzw. bedeutet es einen Rückgang von 36 Prozent.  

Letztmals niedriger war die Zahl 2020 (14.775). Nur 42 Prozent der im Vorjahr eingebrachten Anträge waren originär, also von Personen, die neu (außerhalb des Familiennachzugs) nach Österreich gekommen sind.

Asyl
© APA

Größte Flüchtlingsgruppe waren heuer erstmals seit vielen Jahren nicht Syrer sondern Afghanen (5.077). Von Syrern wurden gut 4.000 Anträge gestellt. Die Plätze drei bis fünf gingen an Somalier, Türken und Russen.

Fast die Hälfte der Antragsteller unter 18

Knapp die Hälfte der Antragsteller (49,8 Prozent) war unter 18 Jahre alt. Fast 59 Prozent der Asylsuchenden waren männlich. Das entspricht in etwa dem Wert von 2024, doch ist die Frauenquote gegenüber 2023 deutlich angestiegen. Damals waren noch mehr als drei Viertel der Antragsteller männlich.

8.246 Mal wurde Asyl gewährt, und damit nicht einmal halb so oft wie 2024 (17.028). Dazu kamen 3.138 Mal (2024: 7.790) subsidiärer Schutz und 1.315 (2024: 1.455) humanitäre Aufenthaltstitel.

Afghanen und Iraner mit guter Chance auf Asyl

Sehr gute Chancen auf Asyl hatten im Vorjahr Afghanen, wo 74 Prozent der Anträge positiv beschieden wurden. 4.667 Personen aus dem Land wurde Asyl zugestanden. Bei Syrern lag die Anerkennungsquote nur noch bei 22 Prozent und war damit auch deutlich niedriger als jene von Iranern (67 Prozent) und Bürgern Somalias (44 Prozent). 2024 wurden noch 67 Prozent der syrischen Anträge positiv bewertet. Offene Verfahren gab es 2025 immerhin 22.556, fast die Hälfte betraf Syrer.

Bei Familienverfahren, die ja noch bis Jahresmitte pausiert sind, gab es 1.132 positive Prognosen. Die meisten dieser Fälle betrafen Familienangehörige aus Syrien, Somalia und Afghanistan.

Starker Rückgang in Grundversorgung

In der Grundversorgung waren Anfang dieses Jahres noch 52.834 Personen untergebracht. 57 Prozent davon waren Vertriebene aus der Ukraine. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2025 gab es einen deutlichen Rückgang von mehr als 15.000 Personen. In der Grundversorgung befinden sich immerhin 1.358 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, davon 540 aus Syrien und 483 aus der Ukraine.

In 333 Fällen wurde 2025 eine Altersfeststellung durchgeführt, um zu klären, ob die Flüchtlinge tatsächlich minderjährig sind, wodurch sich gewisse Vorteile in der Betreuung ergeben. Dabei zeigte sich, dass nur gut 39 Prozent der Geprüften tatsächlich minderjährig waren.

Viele Syrer kehren jetzt zurück

Auf 14.156 gestiegen ist im Vorjahr die Zahl der Ausreisen, was ein Anstieg gegenüber 2024 war (13.568). 2023 waren es 12.900. 7.335 bzw. 54 Prozent reisten freiwillig aus. Am häufigsten von Ausreisen betroffen waren Slowaken vor Türken, Ungarn und Rumänen. Dahinter folgen Syrer, bei denen es einen besonders hohen Anteil an freiwilligen Ausreisen gab (805 gegenüber 121 zwangsweisen). Auf der anderen Seite reisten nur 169 der 1.823 betroffenen Slowaken freiwillig aus.

In 13.842 Fällen wurde im Vorjahr ein Aberkennungsverfahren eingeleitet. 2.493 Mal wurde ein Schutztitel aberkannt. Klar an der Spitze liegen hier Russen (1.119) vor Syrern (670). Schubhaft wurde in 3.116 Fällen verhängt.

Bei den sogenannten Dublin-Verfahren, wo die Zuständigkeit des EU-Staats für den Asylwerber geklärt wird, hat Österreich in 1.882 zugestimmt, einen Flüchtling in das heimische Verfahren zu übernehmen. Umgekehrt haben in 2.231 Fällen andere Staaten die Zuständigkeit für in Österreich gelandete Asylwerber anerkannt.

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