Bröckelt der Kanzler-Bonus von Kurz?

ÖSTERREICH-Umfrage

Bröckelt der Kanzler-Bonus von Kurz?

Sebastian Kurz verliert jetzt auch bei der Kanzlerfrage – den anderen ist er trotzdem haushoch überlegen.

Die Schredder-Affäre hinterlässt jetzt auch bei ÖVP-Obmann Sebastian Kurz selbst umfragemäßig ihre Spuren. In der aktuellen ÖSTERREICH-Umfrage kommt Kurz bei der traditionellen Kanzlerfrage („Wen würden Sie direkt zum Bundeskanzler wählen“) auf 44 % (Research Affairs, 502 Interviews von 25. bis 31. Juli. Maximale Schwankungsbreite 4,5 %).

Kanzlerfrage

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Verluste seit Bekanntwerden der Schredderei

Seit bekannt wurde, dass Kurz’ Social-Media-Chef Tage vor dem Misstrauensantrag im Parlament fünf Kanzleramts-Festplatten unter falschem Namen zerstören ließ, muss die ÖVP bei der Sonntagsfrage Haare lassen, Kurz auch bei der Kanzlerfrage.

46 % hätten Kurz nach ­Bekanntwerden des Ibiza-Skandals und Platzen der Koalition ins Kanzleramt gewählt (wenn das ver­fassungsmäßig möglich wäre). Zuvor war er bei 40 % gelegen. Kurz konnte mit seinen 46 % dann einen besseren Wert erzielen als seine Partei, die ÖVP, die nach Ibiza FPÖ-Stimmen aufsammelte und auf bis zu 38 % aufstieg.

Das hat sich seit Schredder-Gate vorerst einmal geändert: Die FPÖ holt sich offenbar wieder Wählerinnen und Wähler zurück: In der Sonntagsfrage haben die Blauen jetzt wieder auf 20 % zugelegt. Und auch in der Kanzlerfrage ist der neue FPÖ-Obmann Norbert Hofer auf der Überholspur: Aktuell kann er auf 21 % zulegen und ist damit 4 Prozentpunkte vor SPÖ-Chefin ­Pamela Rendi-Wagner.

Bröckelt deshalb Kurz’ Kanzlerbonus, den er trotz seiner Abwahl im Nationalrat zweifellos noch hat? Ernsthaft wohl nicht – immerhin ist Kurz doppelt so gut wie der Zweite, in diesem Fall eben Norbert Hofer. Mit einem kleinen Kratzer am Kanzler-Image muss er aber wohl leben.

Sonntagsfrage: Welche Partei würden Sie wählen?

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Die ÖVP kommt auf 36 % – vor einem Monat war sie noch bei 38 % gelegen (Research Affairs, 502 Interviews von 25. bis 31. Juli. Max. Schwankungsbreite 4,5 %).

Umfrage: SPÖ und FPÖ "schmutziger" als ÖVP

Die Österreicher sind ja einiges gewöhnt – in der aktuellen ÖSTERREICH-Umfrage sagen zwar 32 %, dass der aktuelle Wahlkampf schmutziger ist als vergangene – gleich 56 % finden aber, dass es heuer gleich schmutzig zu Sache geht wie 2017. Das Jahr 2017 ist es wohl auch, das nachwirkt, denn in der aktuellen Umfrage sind gleich 29 % der Ansicht dass es die SPÖ ist, die am meisten mit Dreck wirft. Da sich die aktuelle Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner aus der Schlammschlacht rund um Schreddern, Drogengerüchten und gar Schlimmeren heraushält, gibt es dafür nur eine Erklärung: Die Affäre rund um den ehemaligen SPÖ-Berater Tal Silberstein im Jahr 2017 wirkt noch nach.

Die ÖVP – die sich und ihren Obmann Sebastian Kurz stets als Opfer vor allem unlauterer SPÖ-Methoden darstellt – ist mit 20 % nur an dritter Stelle. Für am zweitschmutzigsten halten die Österreicher derzeit die FPÖ-Kampagne.

Neos und Grüne. Doch wer ist am saubersten? Von den Neos sagt nur 1 %, dass sie einen schmutzigen Wahlkampf machen, bei den Grünen sind da nur 3 %.

Wer führt den schmutzigsten Wahlkampf?

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29 % sehen die SPÖ am schmutzigsten – wohl eine Folge des Silberstein-Skandals.

Günther Schröder

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